• Klaus Meitinger

Erster Lichtblick beim Konjunkturindikator.

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten)

2211 ifo Lichtblick

Im November sind die Unternehmen in der Industrie insgesamt wieder etwas optimistischer geworden. Die aktuelle Geschäftslage hat sich zwar verschlechtert – dies war aber angesichts der negativen Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate in den vergangenen ifo-Umfragen zu erwarten gewesen.

Positiv ist, dass die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate im November nun weniger pessimistisch ausfallen. Bei diesem Teil der Umfrage müssen die Befragten angeben, ob sie auf Sicht von sechs Monaten von einer günstigeren, gleichbleibenden oder ungünstigeren Geschäftssituation ausgehen. Der Saldowert ist die Differenz der Prozentanteile zwischen den Antworten günstiger und ungünstiger. Er verbesserte sich von Minus 40,0 auf Minus 31,1. Das ist immer noch ein sehr schlechter Wert und zeigt: Die deutsche Industriekonjunktur ist noch nicht aus dem Schneider. Noch ist eine Rezession in den Wintermonaten und im Frühjahr die wahrscheinlichste Prognose. Aber immerhin geben die jüngsten ifo-Daten Anlass zur Hoffnung, dass diese nicht ganz so tief ausfallen wird, wie die Mehrzahl der Beobachter es bislang erwartet haben.

Ein Anfang ist gemacht. Sollten die Geschäftserwartungen der Industrie in den kommenden beiden Monaten weiter steigen, würde dies eine Trendwende bei der Konjunktur bedeuten. Die Konjunkturkomponente im private-wealth-Börsenindikator würde dann Ende Januar von „Rot“ auf „Grün“ schalten.

Noch ist es allerdings nicht so weit. Der strategische Korridor des Börsenindikators bleibt deshalb aktuell noch bei einer Aktienquote zwischen 45 und 75 Prozent des individuell vorgesehenen Aktienanteils.

Viele Leser hatten in den vergangenen Wochen die Frage gestellt, ob dies angesichts der offensichtlichen Risiken nicht zu offensiv sei. Vor einem Monat hatten wir deshalb darauf hingewiesen, dass ein noch stärkerer Abbau der Aktienquote ebenfalls riskant sei. Erstens liegt die Bewertung des DAX unter seinem langfristig fairen Wert. Das ist grundsätzlich günstig. Und zweitens kann es In einem Umfeld maximaler Unsicherheit jederzeit auch zu positiven Überraschungen kommen. In diesem Fall, erläuterten wir, würden die Kurse sofort deutlich steigen.

Der Rückgang der Inflationsrate in den USA, der die Hoffnung auf ein Ende der Zinsanhebungen durch die US-Notenbank im ersten Quartal 2023 schürte und die massiven staatlichen Stützungsmaßnahmen in Europa waren solch positive Überraschung. Die folgende, positive Reaktion an den Aktienmärkten unterstrich, dass es für Aktienanleger vernünftig ist, auch in schwierigen Zeiten nicht allzu defensiv positioniert zu sein.

Innerhalb des vom Börsenindikator vorgeschlagenen Korridors für die Aktienquote von 45 bis 75 Prozent entscheiden die Resultate des Kapitalmarktseismografen über die genaue Positionierung. Dieser ist seit geraumer Zeit schon sehr vorsichtig. Die Wahrscheinlichkeit für turbulent negative Märkte ist dominant und rät weiter zur Vorsicht. Deshalb liegt die konkret vom Börsenindikator vorgeschlagene Aktienquote aktuell bei 50 Prozent des individuell vorgesehenen Aktienanteils.

Die Hälfte des für Aktien zur Verfügung stehenden Kapitals ist also weiter in Cash geparkt und wartet auf den Wiedereinstieg. Schon vor einer möglichen Trendwende der Konjunkturkomponente könnte eine Verbesserung der Indikatorlage beim Seismografen dies rechtfertigen. Wir beobachten dessen Entwicklung sehr genau und halten Sie auf dem Laufenden.

Herzlichst,

Ihr

Klaus Meitinger

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