• Klaus Meitinger

Vor der Rezession.

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2207 ifo Konjukturampel

Mit dem ifo-Geschäftsklimaindex vom Juli sind die Hoffnungen auf eine sanfte Landung der deutschen Konjunktur geplatzt. Der Pessimismus in der Industrie hat mit Blick auf die kommenden Monate den höchsten Stand seit dem Coronakrisen-April 2020 erreicht. Die ifo-Konjunkturampel steht auf Rot, die ifo-Konjunkturuhr an der Grenze zum Krisensektor (Grafiken unten). Die Münchner Konjunkturforscher konstatieren selbst: Deutschland steht an der Schwelle zur Rezession.

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Die Schlüsselfrage für Aktienanleger lautet nun: Spiegeln die niedrigeren Kurse dieses Risiko schon adäquat wieder? Ich habe mir einmal die letzten drei großen Rezessionen angeschaut. Im Jahr 2001 fielen die DAX-Gewinne um 53 Prozent. 2008 gingen sie um 58 Prozent zurück. Nur im Corona-Jahr 2020 fiel der Rückgang aufgrund beispielloser Stützungsmaßnahmen des Staates mit 13 Prozent geringer aus.

Und jetzt kommt es: Aktuell gehen die Analysten laut Factset – das US-Unternehmen sammelt und veröffentlicht deren Prognosen – im Schnitt von einem GEWINNANSTIEG um sechs Prozent im Jahr 2022 und neun Prozent im Jahr 2023 aus. Kommt es wirklich zu einer Rezession, besteht massiver Korrekturbedarf nach unten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Börsenkurse dann deutlich steigen werden. Vorsicht bleibt angesagt.

Diese Schlussfolgerung wird auch vom Kapitalmarktseismografen gestützt. „Die momentane Erleichterung an den Aktienmärkten erscheint vorschnell“, folgert Oliver Schlick, Geschäftsführer von Secaro, mit Blick auf seine Daten. Wie sie wissen, prognostiziert der Seismograf die Wahrscheinlichkeiten für drei Marktzustände im nächsten Monat. Grün steht für die Erwartung eines ruhigen, positiven Marktes. Gelb bezeichnet die Wahrscheinlichkeit für einen turbulent-positiven Markt. Und Rot zeigt die Wahrscheinlichkeit für einen turbulent-negativen Markt. „Seit geraumer Zeit verharrt die Wahrscheinlichkeit für negative Turbulenzen in Regionen nahe der Höchststände aus der Corona-Zeit, die anderen Wahrscheinlichkeiten sind nahezu bedeutungslos – das ist kein Umfeld, in dem Risiken eingegangen werden sollten“, informiert Schlick. 

Das Fazit:

Die Konjunkturampel des private-wealth-Börsenindikators steht weiter auf Rot. Weil die Kurse mittlerweile deutlich unter den fairen Wert des DAX gefallen sind, sieht der Börsenindikator einen Korridor für die empfohlene Aktienquote zwischen 45 und 75 Prozent des individuell vorgesehenen Aktienanteils vor. Und da der Kapitalmarktseismograf zu maximaler Defensive rät, liegt die konkret vom private-wealth-Börsenindikators vorgeschlagene Aktienquote aktuell nur bei 45 Prozent. Mehr als die Hälfte des für Aktien zur Verfügung stehenden Kapitals ist also in Cash geparkt und wartet auf den Wiedereinstieg.

Voraussetzung dafür wäre, dass beim Seismografen die Wahrscheinlichkeit für einen positiv turbulenten Markt (Gelb) deutlich zu Lasten der roten Wahrscheinlichkeit zunimmt. Oder dass der Markt im Vergleich zu seinem Fair-Value noch deutlich günstiger wird.

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Herzlichst,

Ihr

Klaus Meitinger

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