• Klaus Meitinger

Der erste Schritt aus dem Konjunkturloch.

ifo Index May2020Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich nach den katastrophalen Vormonaten etwas erholt. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai wieder angestiegen. Die aktuelle Lage beurteilten die unternehmen zwar noch einmal schlechter als im April, die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich aber verbessert. Das war allerdings angesichts der Fragestellung zum ifo-Geschäftsklima auch nicht anders zu erwarten.

Das ifo Geschäftsklima basiert auf rund 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ angeben und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". 

Im Mai hatte die Geschäftslage als Reaktion auf die Lockdowns einen neue Tiefpunkt erreicht. Darauf gab es angesichts der zu erwartenden ersten Lockerungsmaßnahmen nur eine logische Antwort: Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate mussten eigentlich wieder günstiger ausfallen. Es brauchte schon sehr viel Pessimismus, zu glauben, dass sich die Lage in sechs! Monaten noch ungünstiger darstellen würde. 

Damit zeigt die ifo-Konjunkturuhr zwar immer noch ein pessimistischeres Bild als im Tiefpunkt der Finanzkrise (Grafik). Aber immerhin – jede Erholung beginnt mit einem ersten Schritt. Eine dreimalige Verbesserung der Geschäftserwartungen in Folge würde nach der Diktion des ifo-Institutes eine Trendwende in der Konjunktur signalisieren. Dies kann frühestens Ende Juli der Fall sein. Angesichts der unkalkulierbaren ökonomischen Zweitrundeneffekte der Pandemie gilt es, bis dahin abzuwarten, bevor Entwarnung für die Konjunktur gegeben werden kann 

Fazit:

Stimmungsindikatoren, die jetzt abfragen, ob sich die wirtschaftliche Situation in sechs Monaten günstiger, gleich bleibend oder ungünstiger darstellen wird, vermitteln ein zu optimistisches Bild von der Konjunktur. Für den private-wealth-Börsenindikator bedeutet das: Die empfohlene Aktiengewichtung, abgeleitet aus dem ifo-Indikator und einer fair-Value-Berechnung, liegt weiter im Korridor zwischen 30 und 70 Prozent. Eine Erhöhung wäre frühestens Ende Juli angezeigt, falls sich die Geschäftserwartungen in den kommenden beiden Monaten weiter verbessern.

Da beim Kapitalmarktseismografen die Wahrscheinlichkeit für einen positiv turbulenten Markt dominiert, sollte konkret 60 Prozent des für Aktienanlagen vorgesehenen Kapitals investiert werden. 40 Prozent bleiben als Liquidität in Kasse, um für etwaige Rückschläge gerüstet zu sein.

Ihr

Klaus Meitinger

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