• Klaus Meitinger

Warnsignal.

thumb Ifo Index Mai 2015

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Im Mai ging die Erwartungskomponente des ifo-Geschäftsklima zum zweiten Mal in Folge zurück. Weil sich die Lage verbesserte und das Gesamtklima dadurch fast unverändert blieb, wurde dies allgemein so interpretiert, dass die deutsche Wirtschaft „weiter auf Kurs“ sei. Wir sind da nicht so sicher.

 

Ein dreimaliger Rückgang der Geschäftserwartungen in Folge hatte in der Vergangenheit sehr oft den Beginn eines konjunkturellen Abschwungs signalisiert.  Eine derartige Entwicklung wäre in der aktuellen Marktsituation für Investoren fatal. Schließlich führte die expansive Geldpolitik der Notenbanken dazu, dass der Deutsche Aktienindex DAX nach unseren Berechnungen mittlerweile schon bei etwa 140 Prozent seines fairen Wertes notiert. Das ist durchaus ambitioniert und nur in einem weiteren Aufschwung-Szenario zu rechtfertigen.

Bisher gilt allerdings noch, was wir im Januar als potenzielles Bubble-Szenario beschrieben haben. Die gewerbliche Wirtschaft befindet sich im „Boom-Quadranten“ der ifo-Konjunkturuhr (siehe Grafik).  Sollten die Geschäftserwartungen Ende Juni wieder steigen, hätte im aktuellen Null-Zins-Umfeld eine massive Übertreibung an den Aktienmärkten weiter eine hohe Wahrscheinlichkeit.

Fazit:

Unsere Einschätzung der letzten Monate hat weiter Bestand: In Aktien zu investieren ist alternativlos, aber angesichts der erreichten Bewertungen auch riskant. Der dominierende Faktor ist weiter die Geldpolitik.

Der zweimalige Rückgang der ifo-Geschäftserwartungen ist aber ein echtes Warnsignal. Erste Zweifel an der Stabilität der Weltwirtschaft sind damit gesät. Sollte sich dieser Trend im Juni bestätigen, würde der private-wealth-Börsenindikator zum Verkauf, beziehungsweise zur Absicherung von Aktienpositionen raten.

Ihr

Klaus Meitinger

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