• Klaus Meitinger

Warnsignale aus Wall Street.

Seismograf 03 02 2015

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

vor einem Monat hatte Professor Dr. Rudi Zagst von der TU München mit Blick auf seinen Kapitalmarkt-Seismografen kommentiert: „Die Wohlfühlphase am US-Aktienmarkt geht langsam vorbei. Die Tendenz ist zwar immer noch eher positiv, aber die Gefahr deutlicher Ausschläge nach unten ist wesentlich grösser geworden.“

Die aktuelle Prognose des Seismografen unterstreicht diese Erwartung.  Wie Sie wissen, unterscheiden die Wissenschaftler zwischen drei Phasen am US-Aktienmarkt: "grün" (ruhiger Markt = Kaufen), "gelb" (turbulenter Markt mit positiver Erwartung = Investieren, aber mit Absicherung) und "rot" (turbulenter Markt mit negativer Erwartung = Nicht Investieren).

In der Prognose vom 3. Februar ging die Wahrscheinlichkeit für einen ruhigen, positiven Markt von zuletzt 50 auf nur noch 44 Prozent zurück. Dominierend ist nun die Wahrscheinlichkeit für einen turbulenten, volatilen Markt mit positivem Trend („gelb“). Sie stieg von 46 auf 49 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für einen Bären-markt („Rot”) erhöhte sich weiter – von vier auf sieben Prozent.

Interessant ist: Im Jahr 2014, als die Situation für Aktienanleger  in Europa schwieriger wurde, hatte sich der Seismograf für den US-Aktienmarkt kontinuierlich verbessert. Nun, da die Tendenz in Europa nach oben weist, präsentieren sich die USA schwächer. 

Im letzten Jahr hat sich der US-Aktienmarkt signifikant besser entwickelt als  DAX und Euro Stoxx. Nach Berechnungen des Bankhauses Julius Bär ist die Bewertung europäischer Aktien relativ zu US-Aktien deshalb mittlerweile so niedrig wie noch nie in den vergangenen 30 Jahren. Bahnt sich hier eine Trendwende an?

In den ersten Wochen des neuen Jahres haben europäische Aktien schon deutlich besser abgeschnitten als US-Titel. Gut möglich, dass sich dies fortsetzt. Sollten die Kurse an der Wall Street in den kommenden Monaten um das aktuelle Niveau schwanken, besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Indizes in Europa weiter Boden gut machen.

Klar ist aber auch: Das Risiko für die Börsenentwicklung liegt nun vor allem in den USA. Denn die Geschichte lehrt, dass keine Börse der Welt nachhaltig steigen könnte, falls der US-Markt fällt. Noch lässt der Kapitalmarktseismograf zwar keine Baisse erwarten. Wir bleiben aber auf der Hut,

Ihr

Klaus Meitinger

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