• Klaus Meitinger

Ifo-Klima mahnt wieder zur Vorsicht.

thumb ifo Index August 2016

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das Münchner ifo-Institut hat die August-Ergebnisse seiner Umfrage zu Geschäftsklima und Geschäftserwartungen vorgelegt. Danach hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zuletzt merklich verschlechtert. Die wichtige Erwartungskomponente in der Verarbeitenden Industrie ist sogar unter ihren langfristigen Durchschnitt gefallen.

Damit ist die Industrie wieder im Abschwungs-Quadranten der ifo-Uhr angelangt. Auch die ifo-Konjunkturampel steht nun wieder auf „Rot” (Grafiken unten).

Offensichtlich bewegt sich die deutsche Industrie derzeit auf einem sehr schmalen Grad zwischen Rezessionsangst und der Hoffnung auf einen weiteren Aufschwung. Die Ängste werden dabei durch ein vergleichsweise schwaches internationales Wirtschaftsumfeld geschürt, das seit Jahresanfang zu im Trend rückläufigen Exporterwartungen geführt hat.

thumb ifo Ampel August 2016Die Hoffnungen sind mit der weiterhin sehr expansiven Geldpolitik verknüpft. Sie sorgt dafür sorgt, dass sich das Geschäftsklima in der Bauindustrie weiter auf absolutem Rekordniveau befindet. Der Bauboom stützt (noch) die deutsche Wirtschaft. 

Irritierend ist, dass die Richtung der Konjunktursignale des ifo-Indikators zuletzt außergewöhnlich schnell wechselten. Zur Erinnerung: Im Februar 2016 deutete der ifo-Index auf einen signifikanten Abschwung hin. Im Mai lieferte der Frühindikator dann wieder ein Aufschwungssignal. Und im September könnte nun neuerlich ein Abschwungssignal entstehen – falls die Erwartungen in der Industrie dann zum dritten Mal in Folge fallen. 

Die positive Konjunkturentwicklung hatte im Mai dazu geführt, dass die bis dahin extrem defensive Anlagepolitik im private-wealth-Börsenmodell aufgegeben wurde. Das Modell hob die Aktienquote von 30 Prozent auf 60 Prozent an.

Eine neuerliche Reduktion des Aktienanteils wäre erst bei einer Trendwende in der Konjunktur nach dreimaligem Rückgang der ifo –Geschäftserwartungen in Folge angezeigt.

Im Moment besteht deshalb noch kein Handlungsbedarf. Die Situation spitzt sich aber zu.

Ihr

Klaus Meitinger

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