• Klaus Meitinger

Unkalkulierbare Risiken für Anleger.

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten)

Risiko Börsenindikator

Bei der Verwendung von Kapitalmarktmodellen gibt es ein paar eiserne Regeln. Greife nie händisch in dein Modell ein. Und versuche nicht, die Entwicklung der Inputvariablen zu antizipieren.

Außergewöhnliche Situationen erfordern allerdings außergewöhnliche Maßnahmen. Deshalb möchten wir Ihnen heute einen Blick in den Maschinenraum des private-wealth-Börsenmodells geben.

Wir nutzen im Modell die ifo-Geschäftserwartungen in der deutschen Industrie als Indikator für den Einfluss der Konjunktur auf die Börse. Verschlechtern sie sich, ist das ein Indiz für einen Wirtschaftsabschwung mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Unternehmenserträge. Verbessern sich die Erwartungen, ist künftig mit positiven Impulsen von den Firmengewinnen und steigenden Aktienkursen zu rechnen. Dabei gilt: Um einen neuen Trend zu etablieren, müssen sich die Erwartungen drei Mal hintereinander in die neue Richtung bewegen.

Aktuell ist dieser Konjunkturindikator positiv. Eine Trendwende nach unten würde also durch einen dreimaligen Rückgang der Geschäftserwartungen angezeigt. Diese Frühwarnfunktion funktionierte in einem normalen Konjunkturzyklus gut. In Extremsituationen – Pandemie oder kriegerische Auseinandersetzungen – taugt sie aber nur sehr eingeschränkt.

Zu Ihrer Information: Um die Geschäftserwartungen zu ermitteln, bittet das ifo-Institut die Unternehmen, ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" zu kennzeichnen. Der Saldowert der Erwartungen ist dann die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger".

Wie wird dieser Wert im März angesichts der sicherheitspolitischen Bedrohungen und der Risiken für die Wirtschaft durch die Sanktionen sowie die Unsicherheiten bezüglich der Energieversorgung wohl ausfallen? Aus unserer Sicht ist es sehr wahrscheinlich, dass die überwältigende Mehrzahl der Befragten ihre Perspektiven auf Sicht von sechs Monaten ungünstiger einschätzen werden. Die Geschäftserwartungen würden dann deutlich zurückgehen – und zwar nicht schrittweise, wie in einem normalen Konjunkturzyklus, sondern schnell und schlagartig. Im Ergebnis würde das einem Verkaufsignal des Konjunkturindikators gleichkommen.

Wir haben deshalb simuliert, wie der Börsenindikator auf eine derartige Entwicklung reagieren würde. Das Ergebnis: Die Aktienquote würde auf eine Bandbreite zwischen 45 und 75 Prozent des individuell vorgesehenen Aktienanteils reduziert.

Innerhalb dieser Bandbreite orientieren uns an den Ergebnissen des Kapitalmarktseismografen. Wir sind deshalb sehr gespannt auf die neuen Daten, die wir Ihnen vermutlich morgen zur Verfügung stellen können. Registrieren Sie sich bitte mit Ihrer mail-Adresse auf www.private-wealth.de für ein kostenloses, sechsmonatiges Probe-Abo, damit wir Ihnen in diesem Fall einen „private-wealth-alert” schicken können.

Das Fazit:

Die aktuelle Entwicklung zeigt die Grenzen von Börsenmodellen auf. Angesichts der extrem hohen Wahrscheinlichkeit negativer Einflüsse auf die Weltkonjunktur ist es angezeigt, sich defensiver zu positionieren. Der Korridor einer Aktienquote zwischen 45 und 75 Prozent ist dafür unserer Meinung nach ein guter Anhaltspunkt.

Herzlichst,

Ihr

Klaus Meitinger

Hinweis: Trotz sorgfältiger Auswahl der Quellen kann für die Richtigkeit des Inhalts keine Haftung übernommen werden. Die in private wealth gemachten Angaben dienen der Unterrichtung und sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

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