• Klaus Meitinger

Licht am Ende des Tunnels.

Licht am Ende des TunnelsDie Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimas für den Monat November hat fast unisono zu negativen Kommentaren geführt. „Sorge um Abkühlung der Weltwirtschaft“, „Corona-Blues“. Tatsächlich tickt die ifo-Konjukturuhr (Grafik unten links) zügig durch den Abkühlungsquadranten und nähert sich nun bedenklich dem Krisenbereich. Auch die ifo-Konjunkturampel (Grafik unten rechts), bleibt weiter „Tiefrot“. Im Klartext: Die Wahrscheinlichkeit für ein konjunkturelle Phase der Expansion taxiert das ifo-Institut nun auf nahe Null Prozent.

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Das sieht nicht gut aus. Doch es gibt auch zwei Hoffnungsschimmer. Erstens sind die Exporterwartungen wieder leicht gestiegen. Vor allem aber haben die Geschäftserwartungen in der Industrie nach einem siebenmonatigen Rückgang erstmals wieder leicht zugelegt. Vor allem die Automobilindustrie atmet offenbar etwas auf und erwartet Zuwächse im Auslandsgeschäft.

Für den private-wealth-Börsenindikator sind das wichtige Informationen. Schließlich sind die Erwartungen der Industrie einer von drei Indikatoren, die über die Aktienquote des Modells bestimmen. Es kombiniert die Analyse des langfristig fairen Wertes des DAX mit einer über das ifo-Klima abgeleiteten Konjunkturkomponente und der taktischen Positionierung des Kapitalmarktseismografen.

Der massive Rückgang der Konjunkturkomponente hatte dazu geführt, dass die Aktienquote des Modells im Juli deutlich reduziert werden musste. Eine nochmalige Verbesserung im Dezember wäre als starkes Indiz zu werten, dass die deutsche Wirtschaft die Delle des vierten Quartals 2021 hinter sich lässt. Und es wäre ein Signal, die Aktienquote wieder zu erhöhen. Denn die Bewertungskomponente des Models ist weiter neutral und der dritte Faktor – der Kapitalmarktseismograf – stellt sich schon seit 18 Monaten durchgehend sehr positiv dar.

 „Trotz der Verschlechterung der Pandemielage in Europa haben sich die Wahrscheinlichkeiten des Seismografen tatsächlich kaum verändert“, informiert Oliver Schlick, Geschäftsführer der Secaro GmbH, der den Seismograph regelmäßig berechnet und mit Investitionsempfehlungen verknüpft. Die Wahrscheinlichkeit für eine ruhige positive Marktentwicklung (Grün) und einen positiv-turbulenter Markt (Gelb) liegt kumuliert über 99 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für einen turbulent negativen Markt (Rot) spielt keine Rolle. „Das ist kein Umfeld, in dem eine größere Korrektur zu erwarten wäre,“ meint Schlick.

Unser Fazit: Die vom private-wealth-Börsenindikator vorgeschlagene Aktienquote war im Juli auf 75 Prozent des für Aktien vorgesehenen Kapitals gesenkt worden. Diese Gewichtung behält das Modell aktuell noch bei. Ein Grund: Als die aktuellen ifo-Daten erhoben wurden, war die Corona-Situation noch lange nicht so dramatisch wie heute. Es könnte also durchaus sein, dass die Erwartungen in der Industrie im Dezember wieder nach unten drehen. Wir warten deshalb ab, ob sich tatsächlich ein neuer Trend etabliert. Erst dann würde das Modell wieder offensiver werden.

Bleiben Sie gesund,

Ihr

Klaus Meitinger

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