• Klaus Meitinger

Dramatischer Absturz beim ifo-Indikator.

Ifo Index Apr2020Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

im April ist der ifo-Geschäftsklimaindex auf den niedrigsten jemals gemessenen Wert gestürzt. Dass die aktuelle Stimmung unter den deutschen Unternehmen katastrophal ist, überrascht angesichts der weltweiten Shutdowns nicht. Kritischer ist, dass auch die Erwartungen auf Sicht der kommenden sechs Monate weiter massiv zurückgegangen sind. Im Klartext bedeutet das: Obwohl die aktuelle Lage schon extrem düster ist, sehen die Unternehmen selbst auf Sicht von sechs Monaten keine Verbesserung, sondern erwarten eine weitere Verschlechterung.

Dies mag damit zusammenhängen, dass bestimmte Branchen noch nicht komplett betroffen sind (Finanzindustrie) und andere Branchen noch alte Aufträge abarbeiten. Diese Branchen sehen vermutlich ein „Auslaufen“ oder eine weitere Einschränkung ihrer geschäftlichen Aktivitäten in sechs Monaten 

Ifo Index Apr2020Die ganze Dramatik zeigt die ifo-Konjunkturuhr (Grafik). Vergleichen Sie bitte die Positionierung relativ zur Finanzmarktkrise 2008/2009. Damals erreichte die Lage ihren niedrigsten Wert im Februar und April 2009. Die Erwartungen markierten den Tiefpunkt im Dezember 2008 und stiegen dann wieder leicht an. Sie generierten so im März 2009 ein langfristiges Kaufsignal im private-wealth-Börsenindikator.

Heute ist die Lage ähnlich verzweifelt, die Erwartungen sind aber sehr viel pessimistischer als damals. Und von einer Trendwende in den Erwartungen ist noch nichts zu sehen. Im Gegenteil.

Interessant für Sie: In der Finanzkrise fielen die Gewinne der DAX-Unternehmen um rund 60 Prozent – von 585 auf 240 Gewinnpunkte pro DAX. Im Jahr 2019 verdienten die DAX-Firmen 830 Punkte/DAX. Brechen die Gewinne analog zu Finanzkrise ein, würden die DAX-Erträge auf 330 Punkte zurückgehen. Das ifo-Geschäftsklima lässt allerdings vermuten, dass es diesmal noch deutlich schlimmer wird. 

Die Gretchenfrage lautet nun: Sind die Anleger immer noch bereit, über das Tal der kommenden Rezession hinwegzusehen, falls die DAX-Gewinne tatsächlich um mehr als 60 Prozent fallen. Oder kommt es dann zu einem weiteren, deutlichen Kursrückgang an den Aktienmärkten?

Eine Antwort darauf kann Ihnen heute niemand geben. Die aktuellen Umfrageergebnisse des ifo-Instituts warnen aber davor, zu früh optimistisch zu werden. Die Risiken sind auf dem aktuellen Niveau der Aktienmärkte wahrscheinlich größer als die Chancen. 

Fazit:

Der private-wealth-Börsenindikator rät weiter zu einer defensiven Haltung. Die konkret empfohlene Aktiengewichtung liegt zwischen 30 bis 70 Prozent des für Aktienanlagen vorgesehenen Kapitals. Die genaue Positionierung innerhalb dieser Bandbreite wird über die Ergebnisse des Kapitalmarktseismografen gesteuert. Dieser war bis Mitte April extrem vorsichtig und hatte dann die Allokation am Aktienmarkt auf „leicht untergewichtet“ erhöht. Diese Einordnung hat auch heute noch Bestand. Nach dem private-wealth Börsenindikator sollte also konkret weiterhin nun rund 40 Prozent des für Aktienanlagen vorgesehenen Kapitals investiert werden. 60 Prozent bleiben als Liquidität in der Kasse.

Ihr

Klaus Meitinger

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