• Klaus Meitinger

Indikatoren trotzen (noch) dem Coronavirus.

ifo konjunkturampel Feb2020Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

im Februar haben sich die Geschäftserwartungen in der Industrie weiter verbessert (blaue Linie in der Grafik unten). Auch die ifo-Konjunkturampel blieb im „grünen“ Bereich. Die vor zwei Monaten avisierte Trendwende in der Industrie scheint also weiter intakt.

Die deutsche Wirtschaft scheint von der Entwicklung rund um das Corona-Virus unbeeindruckt, schreibt das ifo-Institut. Dass dies so bleibt, ist allerdings fraglich. Denn die jüngste Ausbreitung des Virus in Italien war zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht bekannt.

Mittlerweile prognostizieren immer mehr Volkswirte deutliche Bremsspuren in der Weltwirtschaft. Zunehmend lesen wir nun sogar Schätzungen, die auf Quartalsbasis (1.Qu.2020 im Vergleich zum 4.Qu. 2019) von einem massiven Einbruch der Wachstumsraten oder gar einem Rückgang des Sozialproduktes in China ausgehen. In Italien und Deutschland droht in diesem Fall wohl ebenfalls Ungemach. Wir hatten schon vor einem Monat darauf hingewiesen, dass die Corona-Schwäche zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt kommt. Schließlich ist jeder Aufschwung am Beginn einer konjunkturellen Erholung sehr fragil.

ifo gewerbeindex feb2020Aktuell sind die Unwägbarkeiten sehr groß. Für die Konjunktur wird entscheidend sein, ob es im zweiten Quartal zu einer V-förmigen Erholung kommt (ähnlich wie bei SARS). An den Aktienmärkten ist ausschlaggebend, ob die Anleger bereit sein werden, über das zu erwartende Ertragstal bei den Firmen hinwegzusehen. Schließlich dürften sie in den kommenden Wochen mit einer Reihe von Umsatz- und Gewinnwarnungen konfrontiert werden.

Der ifo-Konjunkturindikator, der ja nur den langfristigen Konjunkturtrend zeichnen kann, würde Anlegern bei einer Verschärfung des Problems sicherlich zu spät ein Verkaufssignal geben. Deshalb beobachten wir derzeit noch genauer als sonst die Resultate des kurzfristig viel sensibleren Kapitalmarktseismografen. Dieser Indikator wird schließlich alle vier Tage neu berechnet wird und reagiert deshalb sehr schnell auf Veränderungen.

Wie Sie wissen, unterscheidet der Kapitalmarkseismograf zwischen drei Phasen: "grün" (ruhiger Markt = Kaufen), "gelb" (turbulenter Markt mit positiver Erwartung = Investieren, aber mit Absicherung) und "rot" (turbulenter Markt mit negativer Erwartung = Nicht Investieren).

In den letzten Monaten lag die Summe der „guten“ Wahrscheinlichkeiten immer in der Nähe ihres historischen Maximalwertes. Auch aktuell ist diese nur leicht gesunken. Dabei dominiert die Wahrscheinlichkeit für einen turbulenten, volatilen Markt mit positivem Trend („gelb“). Die Wahrscheinlichkeit für ein negatives Börsenumfeld begann nur leicht auf etwas über zehn  Prozent zu steigen. „Der Seismograf spiegelt also den aktuellen Panikmodus der Kapitalmärkte nicht wider. Er legt weiterhin eine offensive Aktiengewichtung nahe“, merkt Oliver Schlick an. 

Fazit:

Der private-wealth-Börsenindikator war seit Ende Februar 2018 raus aus dem Aktienmarkt. Der dreimalige Anstieg der Geschäftserwartungen in der Industrie ließ im Dezember eine Trendwende in der Konjunktur und vor allem bei zyklischen Aktien erwarten. Dies erlaubte es, die Gewichtung von Aktien auf 30 – 70 Prozent des individuell vorgesehenen Aktienanteils anzuheben. 

Da der Seismograf weiterhin eine offensive Gewichtung der Aktienquote nahelegt, schlägt der private-wealth Börsenindikator immer noch eine aktuelle Aktiengewichtung im oberen Bereich der Bandbreite zwischen 30 und 70 Prozent des individuell vorgesehenen Aktienanteils vor. Anleger müssen sich aber auf starke Schwankungen gefasst machen. Wir bleiben auf der Hut und informieren Sie sofort, sollte der Seismograf eine Anpassung der Aktienquote nötig machen.

Ihr

Klaus Meitinger

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