• Sonderveröffentlichung: Merck Finck Privatbankiers

Für eine bessere Welt.

Merck Finck 1Impact Investment. Geld finanziell lukrativ anzulegen und gleichzeitig eine messbare gesellschaftliche Rendite zu erwirtschaften, gilt als Königsdisziplin nachhaltigen Investierens. „Besonders interessant ist es, dies in allen Anlageklassen umzusetzen“, meint Sönke Niefünd, Co-Head Competence Center Sustainability und Leiter des Standorts Hamburg von Merck Finck Privatbankiers AG. Er erläutert, wie dies gelingt.

 „Der Vorstand einer Stiftung stellte uns jüngst eine ganz besondere Frage“, erzählt Sönke Niefünd, Co-Head Competence Center Sustainability bei Merck Finck Privatbankiers: „Ist es möglich und sinnvoll, meine gesamte Asset Allocation mit Impact Investments umzusetzen?“ Niefünd dachte kurz nach.  Dann sagte er: „Ja. Und ja.“

Impact Investing gilt als Königsklasse unter den nachhaltigen Anlagen. „Sie ist für all diejenigen gedacht, denen es nicht reicht, nur in Unternehmen zu investieren, die keinen oder möglichst wenig Schaden anrichten. Die stattdessen mit ihren Kapitalanlagen ganz konkret etwas Positives erreichen, einen gesellschaftlichen oder ökologischen Mehrwert schaffen wollen“, erläutert er. 

Es ist noch gar nicht so lange her, da verfolgte nur ein sehr kleiner Kreis mit extrem hohen ethischen Ansprüchen ein derartiges Ziel. Wohlhabende Familien trafen sich in Netzwerken, verabredeten Klub-Deals und investierten gemeinsam außerhalb der Börse in Start-ups, deren Geschäftsidee eine kleine finanzielle Rendite, aber eine große gesellschaftliche Wirkung versprach. 

Mittlerweile findet diese Idee immer breiteres Interesse. „2011 waren nur 8,7 Milliarden Euro in Europa in diesem Segment investiert. 2019 sind es schon 200 Milliarden gewesen. Damit ist dies der am schnellsten wachsende Bereich unter allen Anlageklassen“, informiert Niefünd. Die spannende Frage lautet nun: „Wie kann das, was in einer kleinen Nische in Privatmärkten begann, künftig sinnvoll für einen großen Kundenkreis an den Kapitalmärkten umgesetzt werden?“

Die Herausforderung, sagt Niefünd, beginne schon mit der Definition – was ist Impact Investment? „Da verschwimmen oft die Grenzen zur Philanthropie. Wir bei Merck Finck haben drei Grundregeln. Erstens wollen wir eine mindestens ebenso hohe finanzielle Rendite wie bei anderen Anlagen erzielen. Zweitens muss sich eine positive soziale und ökologische Wirkung entfalten, die sich drittens auch klar messen lässt.“

Genau deshalb spielte „Impact“ am Kapitalmarkt bislang vor allem bei Zinsanlagen eine Rolle. Green Bonds bündeln Kapital, um eindeutig definierte Projekte zu finanzieren. Und Mikrofinanzfonds fördern durch die Vergabe von Kleinstkrediten die Entwicklung in Schwellenländern. „Da ist der Impact nachweisbar, weil die Emittenten und Fonds in detaillierten Reports erläutern, was mit dem Kapital der Anleger bewirkt wird“, erklärt Niefünd (lesen Sie dazu auch die Geschichte „Doppelt erfolgreich“ in der Ausgabe 02/2019 unter www.private-wealth.de). In die Zukunft gedacht, werde es interessant sein, diese Idee auf alle Anlageklassen zu übertragen – Immobilien, Aktien, sogar Private Equity und Hedgefonds.

Im Immobiliensektor, so Niefünd, funktioniere dies heute unter dem Stichwort „Green Real Estate“ schon ganz gut. „Eine Immobilie, die nachhaltig und ökologisch gebaut ist, weist einen sehr viel niedrigeren ökologischen Fußabdruck auf. Und die Anbieter liefern dazu auch ein sauberes Reporting – CO2- Fußabdruck, Energieeffizienz, positiver Einfluss auf die Rendite bei künftig steigenden Energiepreisen.“ 

An den Aktienmärkten beginnt das Thema gerade, mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Impact-Fonds entstehen, Anleger fragen gezielt nach Investmentideen. Bei der Selektion entsprechender Firmen sieht Niefünd vier große Herausforderungen. Woran mache ich den Impact fest? Wie groß muss der Anteil am Umsatz sein, der wirklich Impact erzielt? Wie lässt sich mit Impact-Aktien ein effizientes Portfolio zusammenstellen? Und: Wie kann die Wirkung nachgewiesen werden?

„Die Antworten darauf erfordern intensive Kommunikation zwischen Vermögensinhaber und Bankier“, macht Niefünd klar. Grundlage für die Definition von Wirkung können zum Beispiel die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen sein (siehe rechts).

Wenn es darum geht, wie viel Impact gefordert wird, sind Kompromisse nötig. „Je puristischer der Anspruch, desto kleiner wird das Anlageuniversum und desto schwieriger ist das finanzielle Renditeziel zu erreichen. Andererseits – falls eine Firma nur ihren CO2-Ausstoß reduziert oder nur ein kleiner Teilbereich eine positive gesellschaftliche Wirkung erzielt – wäre mir das zu wenig. Das gilt es genau zu besprechen.“

Impact Investment wird so zur Entde­ckungstour – für Investoren wie für den Bankier. „Für uns kommen dabei auch keine Fonds, sondern nur Einzeltitel infrage – weil wir nur dann durch eigene Recherche den Impact sauber nachweisen können.“

In die engere Auswahl kämen zum Beispiel nachhaltige Nahrungsmittelhersteller, die heute schon genau berichten, was, wie und wo produziert wird. Die auch über Umfragen belegen können, wie sich der Konsum ihrer Produkte auf die Fettleibigkeit in der Gesellschaft auswirkt. „Interessant ist auch die Softwarebranche“, überlegt Niefünd. „Weil die Messung des Impacts entscheidend ist, sind deren Aktien eine Art indirektes Impact Investment. Denn Software und Apps machen den Nachweis der Wirkung für viele Anbieter erst möglich.“

Das nächste große Zukunftsthema wird dann Impacts im Bereich von Private Equity und Wagniskapital sein. Um die kleinen, faszinierenden Wachstumsstorys ins Portfolio zu bekommen, mit denen die Impact-Idee begonnen hat. „Und warum soll es dann nicht auch Impact-Hedgefonds geben – die auf Unterschiede in der Kursentwicklung zwischen Firmen mit sehr großer oder geringer Wirkung setzen?“

Voraussetzung dafür ist, dass die Unternehmen selbst künftig mehr Informationen liefern. „Sowohl Investoren als auch die Politik werden Druck machen. Wenn wir uns in zehn Jahren wieder unterhalten, wird jede Firma neben dem Nachhaltigkeitsbericht ein Impact-Reporting haben“, ist Sönke Niefünd zuversichtlich, hält dann aber kurz inne: „Zehn Jahre? Ach was – vielleicht ist Impact Investment schon in fünf Jahren der Goldstandard der Kapitalanlage.“       ®

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// Was ist eigentlich gesellschaftliche Wirkung?

2015 definierte die UN 17 Entwicklungsziele, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen und die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren sollen. Diese SDGs (Sustainable Development Goals) reichen von Bekämpfung der Armut über Gleichstellung bis zum Klimaschutz. 

„Heute ist dies ein erster Standard bei der Messung von Wirkung. Aber natürlich kann auch jeder Investor selbst Kriterien ausarbeiten“, erläutert Sönke Niefünd und rät: „Bleiben Sie dabei pragmatisch, aber halten Sie an Ihren Wertvorstelllungen fest. Denn es ist ja gerade der große Vorteil des Impact Investments, dass es eben nicht den Mainstream spiegelt.“

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Sonderveröffentlichung: 

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