Comeback des Konjunkturoptimismus.

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ifo index august2018Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das ifo-Geschäftsklima des Monats Juli brachte eine massive Verbesserung. Die für uns wichtigste Komponente – die in die Zukunft gerichteten Erwartungen in der Industrie – ist nach acht Rückgängen in Folge wieder deutlich angestiegen. Die Erwartungen haben nun sogar wieder wieder das Niveau vom Januar 2018 erreicht.

Mit diesem fulminanten Anstieg scheint die Gefahr zunächst gebannt, dass die deutsche Wirtschaft bald in den Abschwungs-Quadranten der ifo-Konjunkturuhr abrutscht. Und auch die ifo-Konjunkturampel steht nun wieder auf „Grün“. Grüne Ampelwerte signalisieren Wahrscheinlichkeiten von größer als zwei Drittel für eine expansive Phase. 

ifo ampel jul18Positiv ist auch, dass die Exporterwartungen weiter gestiegen sind. Deren Verbesserung vor einem Monat nach sieben Rückgängen hatten wir damals schon als Silberstreifam Horizont bezeichnet. Wir wiesen darauf hin, dass dieses Ergebnis zustande kam, bevor das Treffen zwischen Juncker und Trump Hoffnungen weckte, dass der Handelsstreit zwischen der EU und den USA entschärft werden könnte. Und dass sich in diesem Falldurchaus auch eine viel optimistischere Perspektive für die deutsche Wirtschaft entwickeln lasse. Tatsächlich, so das ifo-Institut trage der Waffenstillstand mit den USA neben der starken Binnenkonjunktur nun zur besseren Stimmung bei.

Ist das die Trendwende?

Nach der Diktion des ifo-Instituts wäre dafür ein dreimaliger Anstieg der Erwartungskomponente nötig. Zu bedenken ist aber: Eine derart massive Korrektur der Erwartungen binnen eines Monats kam in der Vergangenheit nur sehr selten vor. Das abrupte Umschalten der Konjunkturampel lässt die Vermutung zu, dass die Dreier-Regel bei den Geschäftserwartungen den Umschwung diesmal erst verzögert anzeigen könnte.

Wir haben parallel zur Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimas für Sie auch den Kapitalmarktseismografen des Teams um Professor Dr. Rudi Zagst und Oliver Schlick gecheckt. Von diesem Indikator erhoffen wir uns Hinweise auf die Richtung der kurzfristigen Schwankungen um den langfristigen Trend, der von den ifo-Daten vorgegeben wird.

Wie Sie wissen, unterscheidet der Kapitalmarktseismograf zwischen drei Phasen: "grün" (ruhiger Markt = Kaufen), "gelb" (turbulenter Markt mit positiver Erwartung = Investieren, aber mit Absicherung) und "rot" (turbulenter Markt mit negativer Erwartung = Nicht Investieren).

Der Seismograf zeigt nun schon seit geraumer Zeit ein entspanntes Bild. Die Wahrscheinlichkeit für einen ruhigen, positiven Aktienmarkt („grün“) liegt weiter sehr hoch bei 93 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für einen turbulenten, volatilen Markt mit positivem Trend („gelb“) hält bei 2 Prozent. Und die Wahrscheinlichkeit für einen Bärenmarkt („Rot”) liegt bei geringen 5 Prozent. 

Fazit:

Vor einem Monat hatten wir das Risiko für Anleger wie folgt beschrieben: „Sollten sich die Aussichten rasch wieder bessern würde der ifo-Indikator wohl erst sehr spät ein neuerliches Kaufsignal geben“. 

Dieses Szenario könnte jetzt eintreten. Vor einem Happy-End stehen aber noch zwei Hürden. Die USA und China haben zwar ihre Gespräche wieder aufgenommen. Die Einführung von Strafzöllen von 10-25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 bis 250 Milliarden Dollar im September liegt aber weiter auf dem Tisch. Und die Vorstellung des italienischen Haushalts in den nächsten Wochen hat auch das Potenzial, für Irritationen an den Kapitalmärkten zu sorgen. 

Für Investoren ist dies eine schwierige Situation. Sollte es zu einer Lösung im Handelsstreit kommen, wären wohl massive Kursgewinne an den Aktienmärkten die Folge – und der ifo-Indikator würde viel zu spät reagieren.  Eine Umsetzung der angedrohten Importzölle und die entsprechende Antwort aus China würde dagegen wohl die Erholung bei den Geschäftserwartungen wieder zunichte machen.

Was tun? 

Der private-wealth-Börsenindikator schlägt angesichts des Rückgangs der Geschäftserwartungen seit Ende Februar immer noch nur eine Aktienquote zwischen Null und 30 Prozent vor.  Aufgrund der positiven Indikationen des Kapitalmarktseismografenschien es allerdings in den letzten Monaten angebracht, sich näher an den 30 Prozent zu positionieren. 

Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Das Risiko, eine deutliche Bewegung nach oben zu verpassen, ist aber gestiegen. Eine Möglichkeit, sich dagegen zu „versichern“, ist der Kauf von Kaufoptionen bei weiterhin niedriger Aktienquote. Sprechen Sie Ihren Bankier doch darauf an.

Ihr

Klaus Meitinger

Hinweis: Trotz sorgfältiger Auswahl der Quellen kann für die Richtigkeit des Inhalts keine Haftung übernommen werden. Die in private wealth gemachten Angaben dienen der Unterrichtung und sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

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