„Die Kobalt-Hausse ist gerechtfertigt.“

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„Die hohen Preise für Kobalt und Lithium spiegeln die derzeitige Angebots-Nachfrage-Situation wider“, macht Abid Mukhtar von Commodity Capital klar. „Auch jetzt lohnt sich der Einstieg noch.“

Ich weiß schon, was die meisten denken: Die jüngsten dramatischen Preissteigerungen bei Lithium und Kobalt sind überzogen. Das ist ein Hype, eine Spekulationsblase, die fundamental nicht gerechtfertigt ist. Die Preise werden bald wieder einbrechen und deshalb ist es besser, auf güns­tigere Einstiegskurse zu warten. 

Wer so vorgeht, wird eine herbe Enttäuschung erleben. Natürlich wird es Kursschwankungen geben. Aber eine echte Korrektur oder gar einen Rückgang auf die Niveaus von vor einem Jahr werden wir nicht erleben.

Warum ich das glaube? Nun, die Preisbildung bei Rohstoffen beruht auf Angebot und Nachfrage. Und hier ist der Trend eindeutig: Sowohl bei Lithium als auch bei Kobalt wird das Angebot in den kommenden Jahren mit der Nachfrage nicht Schritt halten können.

Bei Lithium zum Beispiel sieht es folgendermaßen aus: Heute haben wir weltweit eine jährliche Kapazität bei der Förderung von 0,3 bis 0,4 Millionen Tonnen. Im Jahr 2025 aber werden wir eine Million Tonnen dieses Rohstoffs brauchen, um allein die Nachfrage vonseiten der Automobilindustrie zu befriedigen. Dazu kommt, dass Lithium-Ionen-Batterien nicht nur in E-Fahrzeugen gebraucht werden, sondern überall, wo es um die Speicherung von Energie geht. Der Bedarf dürfte also noch höher ausfallen.

Wird die Angebotsseite dem gerecht werden können? Ich glaube nicht. Zwar ist Lithium grundsätzlich reichlich vorhanden. Es braucht aber zwischen fünf und acht Jahre, bis eine neue Mine tatsächlich läuft. Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass wir zumindest in den kommenden drei bis vier Jahren eine große Angebotslücke haben werden. Außerdem ist die Lagerung von Lithium gefährlich, da der Rohstoff leicht entzündbar ist. Deshalb gibt es auch so gut wie keine Lagerbestände. Jeder Nachfrageanstieg, sofern er nicht durch freie Kapazitäten ausgeglichen werden kann, führt sofort zu höheren Preisen.

Noch interessanter finde ich den Rohstoff Kobalt, ebenfalls ein entscheidendes Element bei der Herstellung einer Lithium-Ionen-Batterie. Aktuell liegt die weltweite Produktion jährlich bei rund 130000 Tonnen. Davon gehen derzeit gerade einmal rund vier Prozent in die Batterien, der Rest wird für traditionelle Anwendungen benötigt. Bis 2035 werden aber Schätzungen zufolge fast 94 Prozent der aktuellen Jahresproduktion in Zukunftstechnologien fließen. Das bedeutet: Das gesamte, weltweite Angebot müsste sich in dieser Zeit verdoppeln.

Ich halte das aus zwei Gründen für wenig realistisch. Ers­tens ist das Metall Kobalt ein Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer. Die großen Kupfergesellschaften jedoch benötigen in der Regel über eine Milliarde Dollar, um neue Projekte zu erschließen, weshalb derzeit nur wenige neue Minen in Planung sind. Zwar gibt es inzwischen Firmen, die reine Kobaltminen planen. Doch bis diese tatsächlich fördern können, wird noch einige Zeit vergehen.

Zweitens sind die Kobaltvorräte auf wenige Regionen begrenzt. Rund 60 Prozent der Produktion kommen zudem aus politisch instabilen Ländern wie der Republik Kongo. Deshalb kommt es immer wieder zu Produktions- und Lieferausfällen. Stabiles Angebot sieht anders aus. Mit anderen Worten: In den kommenden Jahren wird es bei Kobalt keinen massiven Schub auf der Angebotsseite geben. Und folglich auch keine Entspannung bei den Preisen.

Das heißt aber nicht, dass Anleger nun in die nächstbesten, auf Lithium und Kobalt fokussierten Minenbetreiber inves­tieren sollten. Vielmehr ist es entscheidend, ganz genau hinzusehen. Drei Punkte sind sehr wichtig: Arbeitet eine Mine auch bei niedrigeren Preisen noch wirtschaftlich? Ist die Gesellschaft in einem rechtssicheren Raum tätig? Und ist das Management gut? Können Sie diese drei Fragen positiv beantworten, lohnt sich ein Investment langfristig – und zwar unabhängig vom Einstiegszeitpunkt.

Lassen Sie sich von den zuletzt stark gestiegenen Preisen nicht verunsichern. Sie sind durch die fundamentale Angebots-Nachfrage-Situation gut untermauert. Langfristig wird die Nachfrage deutlich steigen. Und damit auch der Preis. Investments lohnen auch auf aktuellem Niveau.    ® 

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