Asphalt-Cowboys.

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Ryan Evans hat das Skateboard neu erfunden. Sein M1 – M steht für Monolith, weil Board und Elektromotor aus einem Guss entwickelt wurden – könnte das coolste Gadget des Sommers 2018 werden.

Ohne die Fahrraddiebe gäbe es unsere Firma vielleicht gar nicht. Als meinem Freund Theo Cerboneschi auf dem Campus in Santa Monica das Fahrrad gestohlen wurde, kombinierte er Drohnenmotoren, eine Batterie und ein paar Komponenten aus dem Elektrofachhandel zu einem Skateboard. Er wollte zügig unterwegs sein und das Board danach unter den Arm klemmen – so hoffte er, dass sein neues Fortbewegungsmittel nicht mehr gestohlen würde.

Richtig schnell war er dann allerdings doch nicht: Permanent hielten Neugierige sein Elektroboard an. Viele wollten es kaufen, einige boten sofort Bargeld an. Nach 30 Angeboten sagten wir uns: Jetzt bauen wir das Teil!

Theo und ich kannten uns vom Sport – Kiten, Surfen und Skateboarden, das war unser Ding. Auch wenn ich in Canterbury Wirtschaft studiert habe, komme ich eigentlich aus dem Sportbereich. Während des Studiums war ich schon in der Boardriders Association und verkaufte auch Kite­boards. Als ich im April 2014 unsere Gesellschaft Inboard gründete, war es zunächst ein Nebenjob. Ich arbeitete damals als President of North America bei Pure Action Sports. Wir spürten, dass es einen Markt für unser Skateboard gab, aber es mangelte an Geld, um eine Lösung zu entwickeln, die über das gebastelte Board hinausging.

Unser Ziel war es ja nicht, nur einen Elektromotor an eine Achse zu klemmen. Wir wollten das echte Skateboard-Feeling auf einem elektrisch motorisierten Gerät umsetzen. Motorisierung heißt jedoch auch, dass sich das Board in irgendeiner Form starten und steuern lassen muss. Und irgendwann geht es auch bergab, es muss also gebremst werden können.

Zum Glück gibt es Crowdfunding und Kickstarter. Dank 551 Interessenten sammelten wir 421935 Dollar ein. Ich denke, dass wir relativ zügig mit guten Ideen aufwarteten: Antrieb durch Elektromotoren, die im Rad selbst sitzen. Wir nennen das den „Manta Drive“. Ein „Steuergriff“ zum Bremsen und Beschleunigen, der in eine Hand passt – selbst, wenn die Hand geöffnet wird, fällt er nicht herunter. Die Bremsenergie speisen wir dann in die Batterien ein. Diese sind in gerade mal 15 Sekunden wechselbar. Durch USB-Ports lässt sich gleichzeitig das Smartphone aufladen. Und mit unserer App kann das M1 natürlich auch gesteuert werden. Cool, oder?

Manche betrachten unser Board als Spielzeug. Wir sehen darin eine neue Form der Fortbewegung, die geeignet ist, bestehende Transportmittel zu vernetzen. Mit einem M1 kann ich mit 35 Stundenkilometern eine 18-prozentige Steigung überwinden. Glauben Sie mir, das fühlt sich ziemlich schnell an. Schließlich sind Ihre Füße nur ein paar Zentimeter über dem Boden.

Regnet es, bestelle ich mir ein Uber und lege das Board in den Kofferraum. Ins Flugzeug nehme ich es auch mit. Unsere Batterien sind für den Luftverkehr zugelassen.

Im Mai 2015 verließ ich meinen festen Job und arbeitete nur noch für Inboard. Trotz eines Verkaufspreises von 1399 Dollar gingen permanent Orders ein. Irgendwann hatten wir Vorbestellungen im Wert von 5,6 Millionen Dollar! Doch bei uns blieb das Geld knapp: Innovation, Patentgebühren, das Ankurbeln der Fertigung ... Deshalb wagten wir uns in den „Shark Tank“ (das Vorbild für „Die Höhle der Löwen“). Wir wollten 750000 Dollar für vier Prozent an Inboard. Für uns fing es gut an, als ein Juror sich auf das Board stellte. Trotz der Lästereien der anderen – „na, hält das Ding dein Gewicht aus?“ – konnte er sofort mit dem M1 umgehen.

Später wurde es trotzdem eng. Nach langen Verhandlungen bekamen wir 750000 Dollar Kredit über 36 Monate zu einem Zinssatz von neun Prozent. Vier Prozent an Firmenanteilen mussten wir auch noch abtreten. Aber die Fernsehwerbung war es wert. Seitdem gibt es das Inboard M1 nicht nur auf unserer Website, sondern auch in mehr als 200 Best Buy Shops. Ein Jahr später sammelten wir acht Millionen Risikokapital ein.

Wir haben das Skateboard tatsächlich neu erfunden. Und wissen Sie was: Für mich gibt es nichts Schöneres, als die Leute in Kalifornien und an anderen Orten, wo häufig die Sonne scheint, entspannt damit cruisen zu sehen. ®

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