Mainau setzt Maßstäbe.

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Erneuerbare Energie. Seit Jahren führt Bettina Gräfin Bernadotte die Blumen­insel Mainau nach strengen Richtlinien in Bezug auf Nachhaltigkeit. In Zukunft möchte sie den Energiebedarf der Insel zu 100 Prozent aus eigenen, regenerativen Quellen decken.

Die Gräfin kommt mit dem E-Mountainbike. „Ich fahre selbstverständlich jeden Tag damit von meinem Zuhause in Konstanz zum Arbeitsplatz auf Schloss Mainau.“ Wein trinken und Wasser predigen gehe schließlich nicht. „Mein Bruder und ich möchten die Mainau zu einem Vorzeigebetrieb in Sachen Nachhaltigkeit machen“, erklärt Bettina Gräfin Bernadotte.

Im Sommer 2011 hatte private wealth über das Treffen der Nobelpreisträger in Lindau berichtet, das die Familie Bernadotte seit 1951 ausrichtet. Und darüber, dass die Gräfin als Präsidentin des Kuratoriums auch die Inhalte der Tagung mitbestimmt. „Im wissenschaftlichen Programm sind Diskussionsrunden verankert, in denen auch die gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel und Energieversorgung thematisiert werden“, erzählte Gräfin Bernadotte damals, „denn wir als Unternehmen, das sich bewusst nachhaltig verhält, möchten auch davon profitieren.“

Ihr persönliches Ziel: Die Mainau GmbH soll sich in Bezug auf Strom und Wärme zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen selbst versorgen.

„Wir drehen an zwei Stellschrauben“, erklärt die Gräfin. „Erstens wollen wir eine höhere Energie-Effizienz durch kluges Bauen sowie die Verwendung bestimmter Baumaterialien und Strom sparender Licht- und E-Geräte erreichen.“ Das neu eröffnete Restaurant Comturey im umgestalteten Hafenareal verschwindet zum Beispiel an fünf Seiten des Gebäudes im Erdreich, damit es möglichst gute energetische Eigenschaften erreicht. „Und zweitens möchten wir viel mehr Energie durch regenerative Energiequellen erzeugen.“

Im Jahr 2011 wurden annähernd 30 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen gewonnen. Heute sind es schon 70 Prozent. Eine große Rolle spielt dabei eine Holzvergaseranlage, die 2012 in Betrieb ging und ein Blockheizkraftwerk betreibt, sowie eine seit 1997 existierende Holzhackschnitzelheizung. Die von den Stadtwerken Konstanz realisierte Anlage erzeugt bis zu 150 Kilowatt elektrische und 300 Kilowatt Wärmeleis­tung im Jahr. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 286 Haushalten.
Der gesamte Brennstoffbedarf für diese Anlagen beläuft sich auf rund 6000 Raummeter Holzhackschnitzel. „Das Holz stammt zum großen Teil aus unserem 420 Hektar großen eigenen Wald auf dem Festland – es ist Holz, für das es anderweitig keine Verwendung gibt, von Bäumen, die nicht mehr verkehrssicher und für die Möbelverarbeitung unbrauchbar sind. Auf keinen Fall verbrennen wir bei der Energieversorgung das Holz qualitativ hochwertiger Bäume.“

Mittlerweile würden so schon 70 Prozent der Wärmeenergie aus regenerativen Quellen auf der Insel gewonnen, informiert die Gräfin. Im Energiepavillon auf der Insel können Besucher anhand aktiver Schautafeln Einblick nehmen in die Wege der Energie für Gebäude, inklusive Schloss und gastronomische Betriebe, Gewächs- und Schauhäuser wie Schmetterlings- und Palmenhaus.

Ein Aufwand, der sich auch für viele andere Unternehmen langfristig rechnen würde: „Die Heizöl- und Strompreise werden in der Zukunft wohl weiter steigen. Wenn Netze mit erneuerbarer Energie ausgebaut werden, ist das grundsätzlich für die Gesellschaft besser, weil nachhaltiger. Um als Unternehmen auch in zehn Jahren erfolgreich zu sein, ist es für uns wichtig, dass wir uns in einer stabilen Umgebung befinden.“

Wie bewertet die Repräsentantin der Mainau GmbH den gerade beschlossenen Gesetzentwurf, den Eigenverbrauch von Solarstrom mit der halben EEG-Umlage zu belasten? „Ich kann zwar nachvollziehen, dass es für manche durchaus problematisch ist. Wir sind aber der Überzeugung, dass es grundsätzlich wichtig ist, regenerative Energie zu entwickeln, und werden darum auf diesem Weg weitergehen. Für uns war es bisher ein großer Anreiz, Strom ins Netz einzuspeisen. Nach Inkrafttreten der EEG-Reform ist es grundsätzlich lohnender, diesen selbst zu verbrauchen.“

Energie ist aber nicht das einzige Thema, bei dem Gräfin Bernadotte Maßstäbe setzt. Die Gastronomie auf der Bodenseeinsel verwendet ausschließlich Fairtrade-Produkte sowie saisonale, regionale und Biowaren. Und um den CO2-Ausstoß bei der Pkw-Anfahrt zu reduzieren, werden Mainau-Kombitickets als gemeinsames Paket der DB Regio AG, der  Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB), der Schweizerischen Bun-
desbahnen und der Eintrittstickets geschnürt. „Ganz bewusst haben wir die Parkplätze mit vier Euro ziemlich teuer gehalten, um einen Anreiz für unsere Gäste zu schaffen, auch mit anderen Verkehrsmitteln anzureisen.“  ®

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