Rennfahrt mit Happy End.

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Rennstrecke. Historische Autos – vor allem der Jaguar E-Type – sind die Leidenschaft des Grafen von Oeynhausen-Sierstorpff. Ende 2010 verriet er private wealth seinen Traum – mit dem Bilster Berg Drive Resort Deutschlands erste und einzige private Test- und Präsentationsstrecke für Automobile schaffen. Heute scheint es, als würde diese Mischung aus how to earn, invest und live private wealth ein gutes Ende finden.

Wenn Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, der Initiator und geistige Vater des Bilster Berg Drive Resort, zurück­blickt, gibt es zahlreiche Schlüsselmomente, in denen sein Puls schneller schlug, als ihm lieb sein konnte. Als die Banken sich zurückzogen und die Finanzierung wackelte. Als sich Widerstand in den umliegenden Dörfern regte. Oder als die ersten Kunden die Strecke testeten. „Ein Sportwagenhersteller plante 2013 die Einführung eines neuen Modells und wollte Fachjournalisten damit auf die Strecke lassen“, erinnert sich der Graf, „doch die Marketing-Experten fürchteten, der Kurs sei zu anspruchsvoll und zu schwierig. Ich schlug vor: ,Holt Eure Werksfahrer zu uns, sie sollen urteilen.‘ Ich war nervös, als die Profis anrückten. Doch als sie ausstiegen, hatten sie ein breites Grinsen im Gesicht und meinten nur: ‚Und hierfür werden wir auch noch bezahlt.‘ Deutlicher hätte das Lob für unsere Strecke nicht ausfallen können. Die Modelleinführung wurde ein voller Erfolg.“

Als Graf von Oeynhausen-Sierstorpff im Sommer 2010 über seine Pläne spricht, ahnt er noch nicht, wie viele Schwierigkeiten in den nächsten Jahren auf ihn zukommen werden. Zunächst läuft alles noch einigermaßen nach Plan, im November 2011 nimmt aber das Verwaltungsgericht in Minden die Betriebserlaubnis vorläufig zurück, weil Nachbesserungen im Schallschutzkonzept erforderlich seien. Die Bauarbeiten gehen zwar weiter, doch die Banken bekommen kalte Füße und ziehen ihre Finanzierungszusage zurück.

Daraufhin versuchen die Initiatoren, die 34 Millionen Euro Investitionskosten komplett mit privatem Kapital zu stemmen. Das funktioniert. 170 Gesellschafter zeichnen Anteile.

In der zweiten Jahreshälfte 2012 erteilt der Kreis Höxter dann eine Änderungsgenehmigung, nachdem das Bilster Berg Drive Resort einen Antrag auf Sonderbetriebstage zurückgenommen hatte. Wenig später weist das Verwaltungsgericht in Minden Klagen der Nachbarn ohne Zulassung auf Berufung ab.
Vom 31. Mai bis zum 2. Juni 2013 wird die Rennstrecke feierlich eröffnet, zum Tag der offenen Tür kommen 40000 Besucher. „Das Projekt hatte anfangs Gegner, das war ja kein Geheimnis“, erzählt der Graf. „Aber deren Zahl wurde im Laufe der Zeit kleiner und kleiner. Auch deshalb, weil wir von 27 Millionen Euro reinen Baukosten Aufträge für 15 Millionen Euro direkt in die Region vergeben haben.“

Im Rumpf-Geschäftsjahr 2013 war das Resort komplett ausgebucht. 18000 Euro Miete kostet die Strecke pro Tag unter der Woche. Das ist mehr als erwartet. Denn kalkuliert hatten die Initiatoren mit 11000 Euro. Zwischen März und Oktober 2013 kamen so vier Millionen Euro Umsatz in die Kasse. 2014, im ersten vollständigen Geschäftsjahr, sollen es knapp sechs Millionen Euro werden. Viel mehr dürfen es auch gar nicht sein, denn die Betriebsgenehmigung gilt derzeit nur für eine begrenzte Auslastung.

Lohnt sich das Investment auch für die Geldgeber? Ersten Investoren – die Mindestzeichnungssumme lag bei 100 000 Euro – war in der Frühphase des Projektes im ersten vollen Betriebsjahr eine Ausschüttung von fünf Prozent in Aussicht gestellt worden. Zwei Jahre später – nach Rückführung der Fremdmittel – sollten es gar zehn Prozent werden.

Nach dem Ausstieg der Banken war diese Kalkulation natürlich Makulatur. Über die nächsten zehn bis 15 Jahre sollen etwa zwei Millionen Euro an Eigenkapital pro Jahr abgeschrieben werden – in Relation zum Umsatz ziemlich viel. „Das macht Ausschüttungen natürlich zu einer Herausforderung“, erklärt der Graf: „Ich komme aus der Forstwirtschaft. Da pflanzt man eine Eiche und wartet 150 Jahre auf die Rendite. Ganz so schlimm wird’s bei uns aber nicht werden.“ Sehr positiv sei, dass bereits im Start-Jahr ein positiver Jahresüberschuss erwirtschaftet wurde: „Denn wir hatten zusätzliche Kosten für Gutachter und Juristen zu stemmen.“

Die Beteiligten sehen das offenbar nicht so eng. „Das Angebot richtete sich damals gezielt an Liebhaber, Enthusiasten, ,Petrolheads‘, wie die Engländer sagen, für die der wirtschaftliche Aspekt der Investition wichtig, aber nicht der Hauptgrund war. Wir sprechen regelmäßig bei den Gesellschafter-Fahrtagen und -Wochenenden, an denen sie ihre ,Naturalrendite‘ im Sinne von Fahrzeit auf der eigenen Strecke einlösen.“
Diese Gruppe könne die Einflüsse auf eine Investition wie die am Bilster Berg richtig lesen und beurteilen. „Abgesehen davon besteht immer noch eine Warte­lis­te für die Anteile. Die letzten sind zu Preisen zwischen 120 000 und 140 000 Euro verkauft worden. Das war für Erstzeichner ja keine schlechte Rendite.“

Inzwischen läuft der Betrieb auf der Strecke im Wortsinn auf Hochtouren. Allein die Automobilindustrie steht für rund die Hälfte des Umsatzes: Zum einen werden am Bilster Berg Neuheiten getestet, wozu die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen die Strecke mieten. Ein gutes Geschäft sind schon jetzt Markteinführungen von neuen Modellen mit Probefahrten für die internationale Presse. 2013 gab es bereits drei solcher Events, unter anderem von Mercedes und Jaguar. Porsche stellte seinen neuen Turbo vor und buchte die Strecke dafür sogar zwei Wochen lang exklusiv. Ein dritter Umsatzträger sind Fahrprogramme der Hersteller für ihre Kunden, wie zum Beispiel „BMW Experience“. Dabei lernen Auto-Fans, richtig zu bremsen und eine Kurve möglichst schnell zu durchfahren.

Ähnliche Programme, erklärt der Graf, gebe es natürlich auch ohne Marken-Bindung. Dazu könnten sich sogar Privatpersonen mit ihren eigenen Wagen anmelden. Für etwa ein Viertel des Umsatzes stünden derartige Veranstaltungen heute. Das letzte Viertel entfalle auf Corporate Events und Incentive-Veranstaltungen mit Tagungen, Fahrprogrammen und Catering an der Strecke.

Auch den Experten scheint der Rundkurs wirklich zu gefallen: „Derek Bell und Lewis Hamilton waren begeistert“, erzählt der Graf: „Die Premiumhersteller von Autos schätzen auch die gute Infrastruktur. Die wollen nicht nur eine Rennstrecke, sondern auch eine hochwertige Unterkunft.“

Das kann ihnen Marcus Graf von Oeyn­hausen-Sierstorpff selbstverständlich ebenfalls bieten: Hauptumsatzträger seines Familienbetriebs bleiben schließlich fünf Reha-Kliniken, Jahrhunderte alte Naturheilquellen sowie das „Gräflicher Park Hotel & Spa“ – ein Vier-Sterne-Superior-Resort inmitten eines 60 Hektar großen englischen Landschaftsparks am Stammsitz der Familie in Bad Driburg im Teutoburger Wald.    ®

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