Perfekte Gastgeber.

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Relais Moltke Egerner Höfe Graf und Gräfin von Molkte 07

Hotellerie. Eigentümergeführte Familienhotels haben oft Probleme, international bekannt zu werden. Susanne Gräfin von Moltke und Klaus-Dieter von Moltke nutzen dafür die Mitgliedschaft in der Hotelvereinigung Relais & Châteaux.

„Gastgeber sein zu dürfen ist etwas Wunderbares“, sagt Susanne Gräfin von Moltke, „man kann zu jeder Zeit, Tag oder Nacht, die ganze Welt einladen.“

Gemeinsam mit ihrem Mann Klaus-Dieter betreibt die Unternehmerin das Park-Hotel Egerner Höfe am Tegernsee sowie das Gut Steinbach in Reit im Winkl. Das Paar beschäftigt 200 Angestellte und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von rund 15 Millionen Euro. Anstrengend, sagt Gräfin von Moltke, sei daran eigentlich nur, dass es ein Rundum-Job ist. „365 Tage, auch an Feiertagen wie Weihnachten, wir haben nie frei.“

Bis Anfang der 1990er-Jahre war das noch anders. Klaus-Dieter von Moltke arbeitete als Unternehmensberater. Doch dann wollte er, da seine Familie im Besitz diverser Kliniken war, auf einem Grundstück in Rottach-Egern am Tegernsee eine Kinderrehabilitationsklinik bauen. Die Gemeinde lehnte dies ab. Gab jedoch den Hinweis, Moltke könne ja statt der Klinik ein Hotel bauen.

Als Berater verbringe er 200 Tage pro Jahr im Hotel, dachte Moltke, da hätte er schon die ein oder andere Idee. Rückblickend war das die Geburtsstunde des Park-Hotels Egerner Höfe, das sich im Laufe der Jahre zu einer Top-Destination am Tegernsee entwickelt hat.

Seit 2013 ist Gräfin von Moltke, die als Geschäftsführerin einer Frankfurter Werbeagentur Kunden wie Procter & Gamble betreut hatte, für Kommunikation und Marketing zuständig. Profitieren kann sie dabei von ihrer Berufserfahrung. „Es gibt einige Ähnlichkeiten zwischen der Werbebranche und der Hotellerie.“ In der Werbung müssen Berater, Texter und Grafiker unter einen Hut gebracht werden – in der Hotellerie sind es Köche, Empfangsleute, Zimmermädchen. „Alleine kann man nichts erreichen, nur zusammen.“

Zur Unternehmensgruppe gehört seit 2011 auch das Gut Steinbach bei Reit im Winkl, für dessen Ankauf das Paar inklusive 50 Hektar Land und Wald mit bebaubaren 60 000 Quadratmeter über 20 Millionen Euro investiert hat. Damit sich das lohnt, das ist den Moltkes früh klar, müssen sie über die deutschen Grenzen hinaus bekannt werden. „Es geht um Reichweite“, weiß die Marketingexpertin, „und da ist die Mitgliedschaft in einer Vereinigung wie Leading Hotels oder Relais & Châteaux unverzichtbar.“

Relais Chateaux Egener H

Seit 2013 ist das Park-Hotel Egerner Höfe deshalb Mitglied bei Relais & Châteaux, das Gut Steinbach seit 2019. „Wachstum aus Deutschland heraus ist schön und gut, aber so haben wir Anschluss an die ganze Welt“, erklärt Gräfin von Moltke. Die Aufnahme funktioniere nach strengen Auswahlkriterien. Inspektoren und Gourmettester, die zum Teil auch für die Restaurantbibel Guide Michelin arbeiten, nehmen das Hotel und das Restaurant unter die Lupe. „Über 300 Kriterien werden abgefragt.“ Der nicht unerhebliche Mitgliedsbeitrag bemisst sich dann an der Anzahl der Zimmer. Die Mitgliedschaft in der Vereinigung lohne sich, sagt Moltke und verweist auf eine Steigerung der jährlichen Auslastung im Park-Hotel Egerner Höfe seit Aufnahme bei Relais & Châteaux um fünf Prozent.

Relais Chateaux Gut Steinbach

Die Hotelvereinigung und der deutsche Mittelstand scheinen ohnehin einen guten Draht zu haben. Rund 30 Prozent der 22 deutschen Relais & Châteaux-Mitgliedshäuser gehören Mittelständlern beziehungsweise Unternehmern anderer Branchen. So ist die Burg Wernberg im Besitz der Elektronik-Familie Conrad und das an der Ostsee gelegene Grand Village Resort & Spa am Meer in dem von Jan Henric Buettner, dem ehemaligen AOL-Europa-Chef und Risikofondsmanager. Auch Hollywood-Celebrities finden sich. Richard Geres Bedford Post liegt von Wäldern umgeben eine Stunde von New York entfernt.

Wie Philippe Gombert, Präsident der exklusiven Vereinigung, betont, ist neben der regionalen Verbundenheit eines der wichtigsten Kriterien einer Aufnahme in den Kreis von Relais & Chateau, dass sich der Reisende in den Hotels so fühle, als werde er bei einer Familie empfangen. Mit ihrer Philosophie sind die von Moltkes deshalb die perfekten Relais & Châteaux-Gastgeber. ®

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Gemeinsam stark.

Die 1954 gegründete Hotelvereinigung Relais & Châteaux besteht heute aus 580 individuell geführten Familienhotels und Restaurants in 60 Ländern weltweit. In Deutschland gibt es 22 Relais & Châteaux-Mitglieder, in Österreich 13. 2017 hat Relais & Châteaux insgesamt 23 Milliarden Euro erwirtschaftet, zu gleichen Teilen durch Übernachtungen und Gourmetrestaurants. Der Mitgliedsbeitrag richtet sich nach der Anzahl der Zimmer. So werden nach Angaben der Vereinigung beispielsweise für ein Haus mit 20 Zimmern und neun Suiten rund 18 000 Euro, für ein Gourmetrestaurant mit einem Umsatz von mehr als zwei Millionen Euro pauschal rund 7000 Euro jährlich fällig.

Die Mitglieder von Relais & Châteaux verpflichten sich einem 2014 vor der Unesco vorgetragenen Manifest mit dem Ziel, das lokale Erbe und die Umwelt zu schützen. Die einzelnen Familienunternehmen werden von der Vereinigung dabei unterstützt, Personal zu finden und dieses innerhalb der Gruppe rotieren zu lassen. Geht die Saison an einem Ende der Welt zu Ende, finden die Mitarbeiter am anderen Ende Beschäftigung. Strukturiert ist die Vereinigung in Länderdelegationen, die jeweils die Aktionen marktspezifisch steuern können.

Gräfin von Moltke ist seit 2017 Repräsentantin der Vereinigung in Deutschland. Eines der wichtigsten Unterscheidungskriterien zu anderen Hotelvereinigungen wie Leading Hotels sei, so Moltke, die regionale Verankerung und individuelle Führung der Mitgliedshäuser. Zudem werde seit der Gründung Wert auf ausgezeichnete Küche gelegt.

368 Michelinsterne insgesamt verbucht die Vereinigung weltweit – darunter auch den Drei-Sterne-Koch Claus-Peter Lump vom Restaurant Bareiss in Baiersbronn. Im März dieses Jahres wurde Mitglied Juan Amador in Spanien ebenfalls der dritte Stern verliehen. Seit Mitte 2018 kocht Sternekoch Thomas Kellermann in der Dichterstub’n der Egerner Höfe. „Die Sterneküche ist nicht nur Luxus für den Gast“, lacht Gräfin von Moltke, „sondern auch für den Unternehmer.“

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Autorin: Mariella Bauer

Fotos: Relais & Châteaux

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