„Die Party geht weiter.“

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„Die Turbulenzen vom Februar waren eine Korrektur, keine Trendwende“, meint Carsten Klude, Chefstratege bei M.M.Warburg, „unsere Börsenampeln stehen imer noch auf Grün. Die Aktienkurse werden weiter steigen.“

Ich will gar nicht bestreiten, dass der Kurseinbruch Anfang Februar mich zunächst auch ein bisschen erschreckt hat. 1600 Punkte im Dow-Jones-Index, fast 1000 Punkte im DAX. Das war ganz schön heftig.

In einer derartigen Situation hilft es, sich auf die fundamentalen Daten zu konzentrieren. Paradoxerweise fielen die Kurse just zu einem Zeitpunkt, da die globalen Konjunkturdaten so stark ausfielen wie seit Langem nicht. Die US-Wirtschaft wächst mit rund drei Prozent, die Eurozone mit 2,5, Japan mit zwei Prozent. Und auch in fast allen Schwellenländern haben sich die Wirtschaftsdaten zuletzt verbessert. Unser Konjunkturzyklusmodell liegt deshalb bei einem sehr hohen Wert von mehr als 90 Prozent und signalisiert damit, dass die Voraussetzungen für höhere Aktienkurse weiterhin gegeben sind.

Auch auf der Unternehmensseite sieht es gut aus. Die klare Mehrheit der Firmen hat zuletzt sowohl die Gewinn- als auch die Umsatzerwartungen der Analysten übertroffen. Harte Fakten von Wirtschaft und Unternehmen können also nicht der Auslöser für die Turbulenzen gewesen sein.

Es gibt aber noch einen weiteren Verdächtigen. In der Vergangenheit haben die Aktienmärkte ja nicht nur von höheren Erträgen profitiert, sondern auch von einer Bewertungsausweitung aufgrund der niedrigen Zinsen.

Jetzt machen sich mehr Anleger Gedanken über die Rück­kehr der Inflation. Dies, so die Furcht, könnte die Notenbanken – vor allem die FED – zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen als bislang angenommen. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse und damit die Kurse würden fallen.

Tatsächlich begann der Ausverkauf nach einem guten US-Arbeitsmarktbericht. Die Stundenlöhne stiegen im Januar stärker als erwartet um 2,9 Prozent im Vorjahresvergleich. Ich frage mich nur: Sorgen ein bisschen höhere Löhne wirklich für deutlich mehr Inflation?

Aktuell ist davon jedenfalls noch nichts zu sehen. Der für die US-Notenbank entscheidende Inflationsindikator liegt bei 1,7 Prozent. Und auch auf globaler Ebene ist kein Inflationsdruck zu erkennen. Im Gegenteil: Die durchschnittliche Inflationsrate der 70 größten Länder ist seit dem Frühjahr 2017 von 2,9 Prozent auf aktuell 2,5 Prozent gesunken. Ich halte die Sorgen vor Inflation und restriktiver Notenbankpolitik deshalb für reichlich übertrieben.

Dennoch ist die Rendite für US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit seit Mitte Dezember 2017 von 2,35 auf 2,90 Prozent angestiegen. Bei den zehnjährigen Bundesanleihen ging die Bewegung von 0,30 auf fast 0,80 Prozent. Ist das allein nicht schon Grund genug, für Aktien skeptischer zu werden? Die Statistik sagt Nein. Seit dem Jahr 2000 hat es in fast jedem Jahr Phasen gegeben, in denen die Renditen innerhalb der relativ kurzen Zeitspanne von 60 Handelstagen um 40 Basispunkte oder mehr angestiegen sind. Und wie reagierten die Aktienmärkte? Sowohl der DAX als auch der S&P 500 legten im Durchschnitt dieser Zeiträume um rund sechs Prozent zu.

Die „im Normalfall“ positive Reaktion des Aktienmarkts auf steigende Zinsen ist eigentlich auch logisch. Schließlich sind steigende Renditen fast immer auf ein verbessertes wirtschaftliches Umfeld zurückzuführen. Statt Angst vor einer weniger expansiven Geldpolitik zu haben, sollten wir uns darüber freuen, dass die Weltwirtschaft langsam zur Normalität zurückkehrt.

Mittlerweile vermute ich auch, dass die Korrektur einen ganz anderen Grund hatte. Der Anstieg der Volatilität Anfang Februar hat nicht nur diejenigen kalt erwischt, die auf anhaltend ruhige Märkte gesetzt hatten. Sondern auch alle, die das „Angstbarometer“ Volatilität als wichtiges Element in die Risikosteuerung ihrer Allokation eingebaut hatten. Steigt die Volatilität, verkaufen sie Aktien – sofort und völlig ungeachtet der fundamentalen Entwicklung.

Lassen Sie sich nicht verunsichern. Durch den Kursrutsch der vergangenen Tage sind nur die vorher schon attraktiven Aktien noch günstiger geworden. Mehr ist nicht passiert. Wir halten deshalb an unserem Kursziel für dieses Jahr von 14500 Punkten im DAX, 4000 im EuroStoxx 50 und 3050 Punkten im S&P 500 fest. Die Party an den Aktienmärkten ist noch lange nicht vorbei. ®

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