„Wir wollen etwas bewegen.“

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Verantwortungsvolles Investieren. Nachhaltigkeit bei der Geldanlage ist längst kein Nischenthema mehr. Mit der Nachfrage wächst auch der Anspruch von Anlegern bei der Umsetzung. Das Wealth Management des Bankhauses Pictet hat deshalb eine Systematik entwickelt, mit der es den individuellen Wertevorstellungen seiner Kunden gerecht werden kann.

„Nachhaltigkeit ist heute sehr viel stärker im Bewusstsein von Investoren verankert als noch vor zehn oder 20 Jahren“, macht Armin Eiche klar. „Immer öfter höre ich: ,Mein Kapital soll nur dort angelegt werden, wo die Unternehmen im Einklang mit meinen eigenen Überzeugungen agieren. Sie dürfen der Gesellschaft nicht schaden. Sondern sollen die Welt voranbringen.‘“

Dabei, erläutert der CEO bei Pictet ­Wealth Management in Deutschland weiter, hätten die vermögenden Kunden oft sehr konkrete Vorstellungen. „Die große Kunst ist es, diesen individuellen Anforderungen in der Beratung wirklich gerecht zu werden.“

Dass dieser Bereich mittlerweile ein echter Wachstumsmarkt geworden ist, unterstreichen die Statistiken der Global Sustainable Investment Alliance (GSIA). Danach beliefen sich sozial verantwortliche Investments (Socially Responsible Investments oder SRI) Ende 2016 schon auf insgesamt fast 23 Billionen Dollar. Jedes Jahr wächst dieser Markt um knapp zwölf Prozent.

Besonders jüngeren Menschen ist dieses Thema wichtig. Eine aktuelle Studie der Privatbank US Trust zeigt, dass heute schon 28 Prozent der zwischen 1980 und 2000 geborenen Millenniums-Generation Anlagen besitzen, die an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet sind. Weitere 57 Prozent zeigen daran starkes Interesse. „Der Generationswechsel wird diesen Investmenttrend weiter befördern“, ist Eiche überzeugt.

Vor allem angesichts der wahrnehmbaren Folgen des Klimawandels würden sich Investoren zunehmend für die Rolle von Aktiengesellschaften in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz interessieren. „Aber auch Aspekte wie Kinderarbeit, Managementvergütung oder Gleichbehandlung der Geschlechter werden hinterfragt“, erläutert Eiche.

Ein wichtiger Treiber dieses Trends ist auch die mittlerweile weit verbreitete Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit bei der Geldanlage keinen Renditenachteil bedeutet. Im Gegenteil. In einer Untersuchung hat das Analysehaus Morningstar jüngst die Ergebnisse verschiedener Meta-Studien unter die Lupe genommen, die wiederum alle Fakten zum Thema zusammentrugen. Ergebnis: Wer nach gängigen ESG-Kriterien – Environment, Social, Governance – inves­tiert, schneidet langfristig genauso gut ab wie mit vergleichbaren Indizes ohne Nachhaltigkeits-Touch. Die Risiken in Form von Kursrück­schlägen können sogar deutlich reduziert werden.

„Das deckt sich mit unserem Research“, bestätigt Achim Siller, Leiter Portfoliomanagement bei Pictet Wealth Management in Deutschland: „Anleger, die ihrem Investmentansatz Nachhaltigkeitskriterien zugrunde legen, schneiden risikoadjustiert auf lange Frist besser ab.“

Dieses Resultat lässt sich auch logisch begründen. „Auf den ersten Blick scheint es vielleicht nicht so wichtig zu sein, ob ein Unternehmen Männer und Frauen gleich behandelt und bezahlt“, erklärt der Experte. „Doch beim Kampf um Talente und Fachkräfte, der heute in bestimmten Bereichen schon sehr intensiv ausgefochten wird, kann dieser Punkt entscheidend sein. Je besser eine Firma mit ihren Beschäftigten umgeht, desto größer ist die Chance, die besten Mitarbeiter zu bekommen. Und das wiederum kann sich langfristig positiv auf das Geschäft auswirken.“

Solche Zusammenhänge seien mittlerweile bei vielen Inves­toren präsent. Mit deren Interesse wachsen allerdings auch die Anforderungen an die Beratung. „Nachhaltigkeit ist ja ein sehr weites Feld. Dahinter verbergen sich die unterschiedlichsten Zielvorstellungen, die dann jeweils eine ganz unterschiedliche Strategie verlangen“, erläutert Eiche.

Eine Vorgabe könnte zum Beispiel sein, Kapitalanlagen grundsätzlich mit den Wertvorstellungen des Kunden in Einklang zu bringen. „Dann geht es vor allem um den Ausschluss bestimmter Firmen – keine Rüstung, Waffen, Tierversuche, Pornografie – und Verhaltensweisen – Diskriminierung, Korruption, Arbeitsbedingungen“, erklärt Siller.

Wer dagegen vor allem auf eine höhere risikoadjustierte Performance abzielt, wird das Nachhaltigkeitsresearch als integralen Bestandteil bei der Unternehmensanalyse betrachten – gleichberechtigt mit den herkömmlichen Facetten der Finanzanalyse. „Es geht dann darum, all jene Firmen herauszufiltern, die nicht nur durch Umsatz- und Gewinnperspektiven überzeugen. Sondern sich auch im Hinblick auf Umwelt, Gesellschaft und ihre Geschäftspraktiken verantwortungsvoll verhalten. So lässt sich das Risiko verringern, dass es beispielsweise zu rufschädigenden Skandalen kommt, die wiederum Umsatz und Gewinn negativ beeinträchtigen könnten“, erklärt der Portfoliomanager.

Eine dritte Motivation könnte es sein, die Welt zu verändern. Investoren möchten mit ihrem Kapital dann gezielt etwas Positives für die Gesellschaft oder die Umwelt bewirken. „Das kann durch Investments in Aktien mit speziellen Technologien gelingen. Oder – besser noch, weil diversifiziert – durch ein Investment in entsprechende Themenfonds. Ein dritter Weg sind sogenannte Impact-Investments, die neben finanziellem Ertrag auch noch eine soziale Rendite bieten“, fasst Achim Siller zusammen. Dies seien beispielsweise Investments im Bereich Mikrofinanz oder auch Green Bonds, mit denen Anleger direkt in Projekte investieren können, die sich positiv auf das Klima auswirken.

Von einem Bankberater erfordert dies besondere Qualitäten. „Um das Ziel eines Kunden exakt erfassen zu können und ein adäquater Sparringspartner zu sein, muss er tief im Thema sein. Er muss gut zuhören können und sich sehr viel Zeit nehmen“, erläutert Eiche. „Letzten Endes geht es um eine ganz neue Ausrichtung im Wealth Management“, ergänzt Siller. „Denn um die Vorgaben optimal umsetzen zu können, braucht es einen tief greifenden systematischen Analyseansatz.“

Dabei hat das Bankhaus Pictet einen großen Vorteil: „Wir beschäftigen uns schon sehr lange mit diesem Thema.“ Im Jahr 1999 wurde zum Beispiel der Fonds Pictet-Ethos Swiss Sustainable Equities auf den Markt gebracht. Ein Jahr später folgte dann der Pictet-Water Fund. „So konnten wir im Haus enorme Expertise aufbauen, die sich nun auch im Wealth Management einsetzen lässt“, macht Eiche klar.

Grundlage des Beratungsansatzes ist die Integration der Nachhaltigkeitsanalyse in den gesamten Researchprozess. Für die Einschätzung der drei Bereiche Umwelt, Soziales und Governance greifen die Experten von Pictet auf Daten von externen Anbietern zurück. „Auf dieser Basis erstellen wir dann ein Gesamtscoring für die Nachhaltigkeit jeder Firma und kommen so zu einem Nachhaltigkeits-Ranking für alle Firmen aus einem Index oder einem Anlageuniversum“, erklärt Siller. Je weiter oben sich eine Firma in dem Ranking befindet, desto nachhaltiger und attraktiver ist die Aktie.

Diese Nachhaltigkeitsanalyse erfolgt parallel zur Finanzanalyse, bei der es um Kriterien wie Ertragsperspektiven oder Bilanzqualität geht. „So können wir schon sehr früh alle Unternehmen aus dem Anlageuniversum aussortieren, die unsere Qualitätsansprüche nicht erfüllen – entweder bei den Finanzkennziffern oder bei der ESG-Analyse. Und wir haben ein perfektes Werkzeug, um den Kunden zu erklären, warum der jeweilige Titel zu seiner Zielvorstellung passt – oder nicht“, erläutert Siller weiter.

Das ist ein aufwändiger Prozess. Insgesamt beobachten die Experten von Pictet Wealth Management schließlich ein Universum von 400 Aktien. „Doch es lohnt sich.“

Selbst dies muss noch nicht das Ende des Prozesses sein. „Wir können ja auch zusätzlich direkt Druck auf einzelne Firmen ausüben“, erläutert Siller. Bei den Fonds des Bankhauses sei das Thema Aktivismus längst schon präsent. Dort trete das Management auf der Hauptversammlung auf oder sei in kleiner Runde mit den Firmenchefs im permanenten Dialog. Und arbeite daran, die Unternehmen im Rahmen eines Engagement-Prozesses dazu zu bewegen, sich in Bezug auf die verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien zu verbessern.

Ähnliches im Wealth Management umzusetzen, ist heute noch schwierig, da die Stimmrechte den einzelnen Kunden zugeordnet werden. „Reizvoll wäre es aber schon, durch die Bündelung der Stimmrechte noch mehr bewegen zu können. Wir denken darüber nach“, verspricht Armin Eiche. Schließlich sei es ja der ausdrückliche Wunsch der Kunden, mit ihrer Kapitalanlage etwas Positives zu bewirken. „Also sollten wir die Macht des uns anvertrauten Kapitals auch entsprechend einsetzen.“

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Investoren lösen Probleme – das Beispiel Ernährung.

„Im Jahr 2050 werden rund neun Milliarden Menschen auf der Erde leben, knapp 30 Prozent mehr als heute“, erinnert Achim Siller,  Leiter Portfoliomanagement für deutsche Kunden bei  Pictet Wealth Management, und fragt: „Wo bekommen wir 30 Prozent mehr Nahrung her? Ohne Nachhaltigkeit in der Produktion, dem Transport und der Verarbeitung von Lebensmitteln werden wir das kaum schaffen.“

Ernährung ist ganz offensichtlich ein Wachstumssegment, das auch für Anleger, die ihre Geldanlage nachhaltig ausrichten wollen, interessant sein kann. So nehmen US-Bürger laut einer Untersuchung der Vereinten Nationen rund 75 Prozent weniger Gemüse zu sich, als es die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dafür aber etwa 70 Prozent zu viel Zucker. Diese falsche Ernährung führt in den Industrieländern, zunehmend aber auch in den Emerging Markets, zu Wohlstandskrankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes. Der Effekt auf die Wirtschaft: Allein in den OECD-Ländern, so Schätzungen des McKinsey Global Institute, dürften diese Krankheiten die Wachstumsaussichten bis zum Jahr 2035 um 18 Prozent reduzieren.

Gleichzeitig ist der Anbau von Lebensmitteln heute extrem ressourcenintensiv. Etwa 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs entfallen auf die Landwirtschaft. Zugleich ist sie für 30 Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich, darunter für das klimawirksame Gas Methan, das bei Rindern und Kühen beim Verdauungsvorgang entsteht.

Dazu kommt eine ineffiziente Versorgungskette, die dazu führt, dass etwa 31 Prozent der Lebensmittel oder 1,3 Milliarden Tonnen beim Transport verloren gehen oder verrotten und nicht auf dem Teller landen.

„Die Landwirtschaft neu zu erfinden, ist eine spannende Zukunftsaufgabe. Firmen, die in diesen Bereichen Innovationen anbieten, sollten sich künftig einer deutlich steigenden Nachfrage nach ihren Produkten, Technologien und Dienstleistungen gegenübersehen“, erklärt Siller die Investmentidee.

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen ist natürlich auch das Spektrum der Anlagemöglichkeiten sehr breit. Ein Profiteur, überlegt Siller, könnte Trimble Navigation sein, Weltmarktführer im Bereich der Präzisionslandwirtschaft. Die Technologie der Firma ermöglicht beim Anbau von Nutzpflanzen eine höhere Ressourceneffizienz als bei herkömmlichen Verfahren und könnte damit helfen, den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Ein weiteres Beispiel ist die Firma Chr. Hansen, weltweiter Marktführer bei der Herstellung von Milchprodukteenzymen, Kulturen und natürlichen Farblösungen. „Die Idee dahinter ist, dass die Herstellung gesünderer Lebensmittel uns helfen könnte, das wachsende Problem der Fettleibigkeit in den Griff zu bekommen“, erklärt Siller.

Manchmal stößt der Experte bei seinen Recherchen auch auf Firmen, die erst auf den zweiten Blick mit dem Thema Ernährung zu tun haben. Eine solche ist Rational, der Hersteller professioneller Küchenausrüstung. „Der Einsatz von Rational-Geräten in Großküchen verringert die Verschwendung von Lebensmitteln bei der Essenszubereitung.

Das sind nur drei Beispiele von vielen. Sie zeigen aber, wie breit und vielfältig allein die Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung sein kann“, schließt Siller. „In unserer Datenbank haben wir noch mindestens 150 Unternehmen, die ebenfalls interessant sein könnten. So lässt sich schon ein gut diversifizierter und zukunftsträchtiger Depotbaustein zusammenstellen. In diese Firmen zu investieren hilft, die Probleme einer wachsenden Weltbevölkerung durch eine ungesündere Ernährung zu lösen. So kann Kapital einen wirklichen Unterschied machen.“

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Sonderveröffentlichung:

Pictet & Cie (Europe) S.A.

Neue Mainzer Straße 1, 60311 Frankfurt

group.pictet; Tel.: 069/7950090

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