Mehrwert durch Finetuning.

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Anlagekonzepte. Streng passive Indexinvestments haben Vor- und Nachteile. Darum fragen immer mehr Investoren, ob es nicht möglich ist, die negativen Aspekte zu vermeiden, ohne auf die positiven verzichten zu müssen. Diese Idee verfolgt das Konzept des Enhanced Indexing.

Das Experiment, mit dem Burton Malkiel den Siegeszug der Indexinvestments beförderte, war wirklich aufsehenerregend. Der Autor des Buches „A Random Walk Down Wall Street“ ließ Affen mit verbundenen Augen Dartpfeile auf den Börsenteil einer Zeitung werfen. Weil es den meisten Börsenprofis dann nicht gelang, diese so entstandenen Zufallsdepots zu schlagen, war die Schlussfolgerung einfach: Stock-Picking lohnt sich nicht, Experten und ihre Analysen schaffen keinen Mehrwert.

Jetzt ist Malkiel amerikanischen Medien zufolge ein wenig von dieser radikalen Meinung abgerückt. Rein passives Inves­tieren sei nicht der Weisheit letzter Schluss. Anlageexperten hätten doch eine Daseinsberechtigung, wenn sie sich der Aufgabe verschreiben, einen Index systematisch so anzupassen und zu verbessern, dass dieser langfristig eine höhere risikoadjustierte Rendite bringt. Denn Advanced oder Enhanced Indexing sei die bessere Indexanlage.

Eine bemerkenswerte Entwicklung, die Wilma de Groot, Portfoliomanagerin von Robeco, keineswegs überrascht. „Natürlich hat rein passives Investieren über Exchange Traded Funds einige Vorteile“, sagt sie. Schließlich bieten diese Wertpapiere einen kostengünstigen, transparenten und liquiden Zugang zu den Märkten und spiegeln deren langfris­tige Entwicklung. Jedoch würden Investoren dabei übersehen, dass auch den ETF-Investments aktive Managemententscheidungen zugrunde liegen – zum Beispiel, nach welchen Kriterien der Index zusammengesetzt wird. Oder dass beim anstehenden Austausch von Titeln in einem Index versteckte Kos­ten entstehen können. „Vor allem stört mich aber, dass Indexanleger systematisch auch in Verliereraktien investieren müssen und so zwangsläufig Rendite verschenken.“

Anders als das Affenbeispiel suggeriert, gibt es ihrer Meinung nach doch Möglichkeiten, etwas aussichtsreichere von weniger aussichtsreichen Aktien zu unterscheiden und so Mehrwert in Portfolios zu generieren.

Um dies zu belegen, haben die Experten der Fondsgesellschaft Robeco die weltweite Aktienmarktprämie analysiert. Maßgeblich waren quantitative Faktoren, die systematisch ausgewertet und auch für vergangene Perioden getestet werden konnten – fundamentale Faktoren, wie das Verhältnis von Kurs zu Gewinn oder Buchwert, das Momentum oder die Bilanzqualität.

So wurden für alle Aktien des MSCI World verschiedene Bewertungs-, Qualitäts- oder Momentum-Kennzahlen berechnet und auf Basis dieser die Aktien in eine Rangfolge gebracht. So wiesen attraktive Aktien im Schnitt eine günstige Bewertung mit gutem Momentum und Qualität auf. Ein solches Aktienranking wurde dann verwendet, um die Aktien in verschiedene Portfolios aufzuteilen. Es wurden fünf Portfolios gebildet: Portfolio 1 beinhaltete die 20 Prozent besten Titel, in Portfolio 5 sind die Werte gelandet, bei denen diese Kennzahlen am schlechtesten ausfielen. Die Portfolios wurden regelmäßig angepasst, sodass sich zum Beispiel in Portfolio 1 immer die besten Titel befanden.

„Wir haben stets alle Titel in jedem Portfolio gleich gewichtet“, erläutert de Groot weiter, „und uns angeschaut, wie sich diese im Zeitraum von 1986 bis 2015 im Vergleich zu einer risikolosen Anlage in Cash entwickelt haben.“

Ergebnis: Portfolio 5 brachte durchschnittlich 2,5 Prozent weniger Ertrag pro Jahr, während sich mit Portfolio 1 ein Mehrertrag von fast zwölf Prozent pro Jahr erwirtschaften ließ. „Dieser Test lässt erahnen, dass es schon mit einfachen Maßnahmen möglich sein müss­te, einen Index systematisch zu schlagen. Wäre es also nicht grundsätzlich besser, jene Titel eines Index höher zu gewichten, die im Hinblick auf Momentum, Bewertung und Qualität positive Eigenschaften aufweisen? Und die schlechten niedriger zu gewichten oder ganz auf sie zu verzichten?“

Genau diese Überlegungen werden seit 2004 bei der Anlagestrategie des Enhanced Indexing von Robeco in die Praxis umgesetzt. „Unsere Idee ist es, gewinnbringende Faktoren wie Value, Quality und Momentum so in den Aufbau eines Portfolios einzubauen, dass wir die positiven Effekte mitnehmen, ohne uns allzu weit von der Entwicklung des Marktindex zu entfernen“, erklärt de Groot.

Konkret werden zunächst alle Aktien eines Index nach den Faktoren Value, Momentum und Qualität bewertet. „Dabei fließt der Momentum-Faktor mit einem Gewicht von etwa 50 Prozent ein, während Value und Qualität zusammen die anderen 50 Prozent ausmachen“, erklärt Bernhard Breloer, Produktexperte bei Robeco.

Auf dieser Basis ergibt sich ein Ranking für alle Indexmitglieder. Nun werden die Gewichte adjustiert. „Im Index spielt ja nur der Börsenwert eine Rolle. Wir aber geben den besten 20 bis 40 Prozent der Titel ein leicht höheres Gewicht. Die schlechtesten Aktien aus dem Ranking werden hingegen systematisch untergewichtet.“ Das kann auch bedeuten, dass Titel ganz herausfallen. „Tatsächlich haben wir in unserem globalen Enhanced Index statt der mehr als 1600 Titel, die sich im MSCI World befinden, nur etwa 700 bis 800 Aktien.“

Als Nebenbedingung soll das Portfolio in etwa eine ähnliche Länder- und Branchenaufteilung aufweisen wie der Ursprungsindex. Das Enhanced-Index-Portfolio ist also länder- und sektorneutral. Außerdem werden Firmen, die einen zu hohen Verschuldungsgrad aufweisen, niemals übergewichtet. „Wir haben gesehen, dass sehr günstig bewertete Firmen oft hoch verschuldet und damit riskant sind. Durch diesen Kniff entgehen wir dem, was als ,Value-Falle‘ bezeichnet wird“, erläutert de Groot.

Die Zusammensetzung des Enhanced-Index-Portfolios wird dann monatlich überprüft und bei Bedarf angepasst. So kann eine Aktie ein zu hohes Gewicht aufweisen, weil ihr Kurs stark gestiegen ist. Oder es können sich die Faktoren bei einzelnen Titeln verschlechtert oder verbessert haben. Um zu vermeiden, dass dabei zu hohe Handelskosten entstehen, gibt es für den Ab- und Aufbau von Positionen aber klare Regeln. „Wir bauen die Übergewichtung einer Aktie zum Beispiel erst dann ab, wenn diese zu den 40 Prozent der schlechtesten Werte gehört und umgekehrt“, erklärt Breloer.

Ein weiterer Vorteil des Enhanced-Indexing-Ansatzes ist die größere Flexibilität im Vergleich zur reinen Indexanlage. Kommt es bei einem ETF zu Kapitalzu- und -abflüssen, dann müssen alle Positionen im selben Anteil erhöht beziehungsweise verringert werden, wie sie bisher im Index vertreten sind.

„Beim Enhanced Indexing sind wir nicht so stark festgelegt. Dort verwenden wir Zuflüsse, um attraktive Aktien zu kaufen. Bei Rückflüssen werden weniger attraktive Aktien untergewichtet. Wir nutzen damit Mittelbewegungen effizient aus“, erläutert de Groot.

Und was bringt das alles in harten Euro für Kapitalanleger?

„Neben all den genannten Vorzügen spricht tatsächlich vor allem die Performance für das Enhanced Indexing“, macht die Expertin deutlich. So hat der Robeco QI Global Developed Enhanced Index Fund zwischen September 2004 und Dezember 2017 nach Kosten eine jährliche Rendite von 8,39 Prozent erzielt. Der konkurrierende MSCI World brachte es nur auf 7,75 Prozent – entsprechende ETFs lagen nach Abzug von Kosten in Höhe von 0,20 Prozent lediglich bei 7,55 Prozent.

Der Unterschied scheint vielleicht auf den ersten Blick gering zu sein, wirkt sich aber auf die lange Frist sehr stark aus. „Aus einer Million Euro wären einmal rund 2,93 und das andere Mal rund 2,63 Millionen geworden“, rechnet die Expertin vor. Angenehmer Nebeneffekt: Zugleich fielen die Verlustphasen im Schnitt um rund sieben Prozentpunkte geringer aus. „Das schont die Nerven.“ Das scheint auch Burton Malkiel überzeugt zu haben. ®

Sonderveröffentlichung:

Robeco Deutschland

www.robeco.de

60325 Frankfurt; Taunusanlage 17

 

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