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Threadneedle

Infrastruktur. Wer stabile und renditestarke Investments sucht, findet im Infrastrukturbereich schon länger interessante Anlagemöglichkeiten. „Wir setzen nun eine Strategie auf, die sich von herkömmlichen Fonds deutlich unterscheidet, indem sie auf das mittelgroße Marktsegment setzt und eine endlose Laufzeit hat“, informiert Heiko Schupp, Columbia Threadneedle. „Das bietet die Chance auf eine höhere Rentabilität.“

„Wussten Sie, dass Wasserkraft in Italien 17 Prozent am Energiemix ausmacht? Sie ist für die Energieversorgung so wichtig, dass sie von Regierung und Regulatorik unterstützt wird“, erklärt Heiko Schupp, Leiter des Infrastrukturteams bei Columbia Threadneedle.

Gelänge es nun, ein solches Kraftwerk zu einem vernünftigen Preis zu erwerben, hätten Investoren eine wunderbare Anlage in einem Unternehmen, das aufgrund langfristiger Verträge oder Konzessionen über eine Art monopolistische Marktstellung verfügt und dank garantierter Einspeisevergütung und hoher Energienachfrage geringes Risiko und stabile Erträge verspricht. „Es sind genau solche Projekte, die wir für unsere Infrastrukturstrategie suchen.“

Heiko Schupp ist schon seit mehr als 23 Jahren im Bereich Infrastruktur tätig. „Das ist ein enorm spannender Wachstumsmarkt. Allein in Europa liegt das benötigte Investitionsvolumen bis 2040 bei 460 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind rund 100 Milliarden mehr als der deutsche Bundeshaushalt. Weil die Staaten dies niemals alleine stemmen können, gibt es unzählige Möglichkeiten für Anleger, Unternehmen zu kaufen. Wir müssen es nur richtig machen.“

Was „richtig“ konkret bedeutet, skizziert der erfahrene Investor anhand von vier Faktoren. „Wir bauen keinen geschlossenen Fonds auf, sondern setzen eine sogenannte Evergreen-Strategie, ohne feste Laufzeit und vorgegebenes Volumen. Wir konzentrieren uns auf kleine und mittlere Unternehmen in Europa. Dabei kombinieren wir die einzelnen Firmen so, dass deren Gesamtergebnis möglichst unabhängig vom Konjunkturzyklus stabil bleibt. Und setzen konsequent auf Nachhaltigkeit“, erläutert Schupp.

Vor allem die Evergreen-Strategie ist ungewöhnlich. Üblicherweise sammeln Infrastruktur-Fonds Kapital und Kapitalzusagen ein. Sind genügend vorhanden, wird der Fonds geschlossen und der Investitionsprozess beginnt. „Aus Erfahrung wissen wir, dass es zweitrangig ist, was Sie kaufen. Viel wichtiger ist, wann Sie kaufen“, erklärt Schupp. „Wir möchten nicht zu jedem Preis investieren müssen, weil wir gerade jetzt Kapital haben, sondern werden unsere Investoren im Rahmen von Kapitalerhöhungen um Kapital bitten, wenn sich lukrative Anlageziele auftun. Wer warten kann, ist in diesem Geschäft klar im Vorteil.“

Noch ein Punkt spreche für die Evergreen-Struktur. Lange Zeit gab es keine großen Veränderungen im Infrastruktur-Business. Aufgrund der Digitalisierung und der Neuerungen in der Regulatorik sind in Bereichen wie Datenübertragung, Verkehr oder Energie nun aber drastische Änderungen zu erwarten.

„Nach dem ersten Investment müssen wir jederzeit in der Lage sein, unsere Unternehmen mit frischem Kapital zu versorgen. Wir sind ein sehr aktiver Investor, der seine Firmen auch operativ intensiv begleitet und unterstützt. Nur so können wir gemeinsam die Chancen nutzen, die sich in einer sich rasant verändernden Welt bieten. Deshalb brauchen auch wir den Zugang zu frischem Kapital“, erklärt der Experte.

Dass er sich dabei auf Europa konzentriert, hat ebenfalls gute Gründe. „Zum einen haben Sie durch die Europäische Union ein hohes Maß an Rechtssicherheit, zum anderen hat die Infrastruktur wohl die höchste Qualität in der Welt.“ Dabei lohne es sich besonders, das Segment der kleineren und mittelgroßen Infrastrukturanbieter unter die Lupe zu nehmen. „Das hat etwas mit Angebot und Nachfrage und deshalb mit der Preisbildung zu tun“, so Schupp.

Nach Angaben des Datenanbieters Preqin wurden in Europa 2018 von professionellen Investoren 76 Milliarden Euro Kapital für Infrastrukturinvestments eingeworben. Mit fast 46 Milliarden Euro floss davon weit mehr als die Hälfte in die sehr großen Fonds mit einem Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro. „Diese Investoren konzentrieren sich dementsprechend in der Regel auf große Deals und kaufen oftmals direkt vom Staat, von börsennotierten Konzernen oder von anderen Fonds. Dabei gibt es kaum Verhandlungsspielraum und der sehr intensive Wettbewerb treibt die Preise nach oben.“

Dagegen sei der Wettbewerb um die besten Investitionen im mittleren Segment geringer. Laut Prequin gingen zum Beispiel im vergangenen Jahr nur 5,3 Milliarden Euro oder sieben Prozent des Kapitals in diesen Bereich. Gleichzeitig finden dort die meisten Deals statt – 77 Prozent aller Abschlüsse hatten ein Volumen von unter 500 Millionen Euro.

„Verkäufer sind oft Stadtwerke, Unternehmerfamilien oder Industriebetriebe. Früher hat das vielleicht Sinn ergeben, dass ein italienischer Textilhersteller die Energie aus einem eigenen Wasserkraftwerk bezogen hat. Heute müsste ein solches Kraftwerk an die neuesten Anforderungen angepasst werden. Dafür ist aber meist weder das Kapital noch das Know-how vorhanden“, erzählt Schupp. Für den Investor bedeute diese Konstellation, er könne günstigere Preise erzielen und Vergünstigungen oder Exklusivität aushandeln. „Das Investment wird damit rentabler.“

Haben Schupp und sein Team ein Zielobjekt identifiziert, ist es wichtig, dass dies auch in den Portfoliokontext passt. „Wir möchten ein gut diversifiziertes Portfolio im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung haben. Das Spektrum Infrastruktur ist ja riesig – das geht von Versorgern, erneuerbaren Energien, Transport, sozialen Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäusern bis zur Telekommunikation.“

In den unterschiedlichen Phasen eines Konjunkturzyklus, so Schupp, würden sich die einzelnen Bereiche in Abhängigkeit von Inflation und Zinshöhe auch ganz verschieden entwickeln. „Ein Elektrizitätswerk oder erneuerbare Energien funktionieren im Boom, wo die Zinsen in der Regel hoch sind, nicht so gut. Ein Hafen oder eine Mautstraße dagegen schon“, erläutert Schupp. Durch eine entsprechende Kombination der Unternehmen gleichen sich deren Stärken und Schwächen in den einzelnen Konjunkturphasen aus, die gesamten Erträge im Portfolio schwanken kaum.

Als dritten wichtigen Punkt im Auswahlprozess nennt Schupp die ausschließliche Berücksichtigung von nachhaltigen Investments. „Da wir langfristig anlegen, müssen unsere Investments zukunftsfähig sein. Wenn Sie heute etwas kaufen, das nicht nachhaltig ist, kommt irgendwann jemand, der Ihnen die Gewinne wegnimmt.“

Zwölf Experten klopfen bei Columbia Threadneedle deshalb alle Anlagen auf die sogenannten SDG-Kriterien ab – darauf, ob eine Firma mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen in Einklang steht. Dazu kommen Ausschlusskriterien. „Wir investieren zum Beispiel nicht in Kohle. Denn um die Zukunftsfähigkeit dieses Energieträgers ist es nicht gut bestellt. Alles in allem streben wir so eine durchschnittliche annualisierte Nettorendite von acht bis zehn Prozent und eine Dividendenrendite von fünf bis sechs Prozent an.“ ®

Sonderveröffentlichung: Columbia Threadneedle

www.columbiathreadneedle.de

Philipp Kowollik,

069 297 299 77; Philipp.Kowollik@columbiathread­needle.com

Fotos: iStock

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