Schöne neue Finanzwelt.

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062 Robeco 852000444FinTech. Viele Industrien wurden von der Digitalisierung bereits umgekrempelt. Jetzt ist die Finanzindustrie dran, sind Patrick Lemmens und Jeroen van Oerle von Robeco überzeugt. Sie identifizieren Gewinner und Verlierer.

In den Garküchen Bangkoks ist die Zukunft längst angekommen. Hier wird immer öfter eben nicht mit Bargeld bezahlt – sondern mit dem Smartphone. Weltweit, so Schätzungen des Asset-Managers Robeco, wächst die Zahl der bargeldlosen Transaktionen mit Kreditkarte, Smartphone oder online um elf Prozent pro Jahr. Cash, folgern Patrick Lemmens und Jeroen van Oerle, Portfoliomanager von Robeco, wird immer mehr zur Ausnahme.

„Das massive Wachstum mobiler Zahlungssysteme ist aber nur eine Facette der Digitalisierung der Finanzindustrie. Die FinTech-Revolution ist einer der ganz großen Megatrends unserer Zeit“, erklären Lemmens und van Oerle, „eine lang anhaltende disruptive Veränderung, die den Status quo auf den Kopf stellt und deren Auswirkungen jahrelang spürbar sein werden.“

Schon heute schafft dies für rund zwei Milliarden Menschen erstmals die Möglichkeit, eigene Bankkonten zu eröffnen und ihre Finanzangelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Neue Optionen, wie mobile Überweisungen und Wertpapiergeschäfte oder der Chat mit dem Bankmitarbeiter zu jeder Zeit, werden immer öfter von den Kunden genutzt. Und künftig dürfte künstliche Intelligenz auch ganz neue Möglichkeiten im Vermögensmanagement und in der Unternehmensanalyse schaffen. Big-Data-Anwendungen sorgen dafür, dass im Asset-Management neue Wege beschritten oder bei Versicherungen viele Geschäftsvorgänge künftig automatisiert werden. Und die hinter der Blockchain stehende Distributed-Ledger-Technologie dürfte für schnellere und kostengünstigere Abläufe bei Finanztransaktionen sorgen.

Vor allem in den Schwellenländern besteht enormes Potenzial. „In Asien hat die Finanzindustrie zum Beispiel bereits heute ein voll integriertes mobiles Bezahlsystem etabliert, also ein großes Ökosystem, an dem alle teilnehmen“, erklärt van Oerle. „Dazu kommt die große potenzielle Kundenbasis, die für die Finanzindustrie dank neuer Technologien ein gewaltiges Wachstumspotenzial eröffnet.“

„Der Einsatz neuer Technologien erschließt also nicht nur ganz neue Geschäftsmöglichkeiten, er macht auch viele Prozesse effizienter und wird so die Rentabilität in der ,alten‘ Finanzindus­trie verbessern“, überlegen die beiden Experten. Deshalb sei auch eine zunehmende Tendenz zur Zusammenarbeit zwischen jungen FinTechs und den etablierten Kreditinstituten zu erwarten. „Während Erstere dadurch eine breitere Kundenbasis bekommen, profitieren traditionelle Finanzdienstleister von dem Zugang zu innovativen Technologien“, erklärt Lemmens.

Für die Robeco-Fondsmanager eröffnet sich so eine breite Palette interessanter Investitionschancen. „Zum engeren FinTech-Universum zählen wir heute schon mehr als 200 Unternehmen mit einem durchschnittlichen Marktwert von zwölf Milliarden Dollar. Dazu werden in Zukunft noch sehr viele spannende Börsengänge von Start-ups kommen“, erläutert Lemmens.

Um für ihren Ende 2017 aufgelegten Fonds Robeco Global FinTech Equities die Favoriten des dynamischen Wandels zu identifizieren, differenzieren die Fondsmanager zwischen drei Bereichen. Zu den „Etablierten Gewinnern“ zählen zum Beispiel Firmen wie VISA. „Sie haben sich über Jahre hinweg eine starke Marktstellung erarbeitet, sind stabil und wachsen mit niedrigen zweistelligen Raten“, erklärt van Oerle.

Dazu kommen die sogenannten „Ermöglicher“ – Firmen wie SS&C oder Temenos –, deren Wachstumspfad gut prognostizierbar ist und die Banken und Finanzdienstleistern helfen, die neuen Technologien zu entwickeln und zu implementieren. Und dann sind da noch die „Herausforderer“ – junge, schnell wachsende Firmen wie Square, Green Dot oder Wirecard, die das Potenzial haben, Gewinner von morgen zu werden. „Dort sind die Wachstumsraten bei Umsätzen und Gewinnen zwar sehr hoch, die Bewertungen der Aktien aber auch schon ziemlich ambitioniert“, erläutert Lemmens und folgert: „Die Kunst bei der Zusammensetzung eines erfolgreichen FinTech-Portfolios ist es nun, in einem ersten Schritt diese Bereiche so zu kombinieren, dass Chance und Risiko in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.“

Im zweiten Schritt folgt dann die Selektion der jeweils aussichtsreichsten Unternehmen. „Dabei legen wir großes Augenmerk auf Fundamentaldaten wie die Bewertung, das Momentum oder Gewinnrevisionen und ein verantwortliches Management“, sagt van Oerle. Neben der Fähigkeit zur Beurteilung von Finanzkennzahlen ist dabei auch viel technisches Know-how gefragt. „Wir sehen uns die Innovationskraft und die Technologie der Firmen genau an, um die Wachstumstreiber und damit die künftig zu erwartenden Gewinnmargen einschätzen zu können“, erklärt Lemmens: „Werden diese vom Markt unterschätzt, dann investieren wir.“

Risikolos ist ein Investment in diesen Bereich allerdings nicht. Denn es gibt drei gewichtige Unsicherheitsfaktoren – die Regulatorik, Betrug mit entsprechendem Imageschaden oder Cyberangriffe, bei denen sensible Kundendaten gestohlen werden. „Der Haken dabei ist, dass derartige Ereignisse so gut wie unvorhersehbar sind. Sie werden immer wieder für Irritationen und stärkere Kursschwankungen sorgen, den langfristigen Trend aber nicht ändern“, analysiert van Oerle.

In ihrem Portfolio begegnen sie dieser Herausforderung mit einer breiten Streuung (unten), einem langfristigen Ansatz und einer klaren Disziplin bei Kauf- und Verkaufsentscheidungen. „Wir investieren in die besten Werte der drei Bereiche. Und stocken die Positionen sukzessive auf, wenn sich unsere fundamentalen Analysen bestätigen. Genauso konsequent verkaufen wir aber auch, wenn das Kurspotenzial ausgeschöpft ist oder sich unsere Einschätzung geändert hat.“

„Wir haben heute die einzigartige Möglichkeit, von der radikalen Erneuerung des gesamten Finanzbereichs zu profitieren. In den nächsten fünf Jahren werden wir Innovationen sehen, die alles in den Schatten stellen, was wir bisher an Umwälzungen erlebt haben“, schließen Patrick Lemmens und Jeroen van Oerle: „Das bedeutet zwar nicht, dass die Aktienkurse der FinTechs in einer Linie steigen werden. Aber wenn Anleger in fünf Jahren auf den heutigen Tag zurück­blicken, dürften sie positiv überrascht sein.“ ®

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// How to invest in FinTech.

Der Robeco Global FinTech Equities (ISIN: LU1700711077) investiert in Unternehmen, die mindestens 25 Prozent ihres Umsatzes oder ihres Gewinns im FinTech-Bereich erzielen. „Insgesamt“, erläutert Fondsmanager Patrick Lemmens, „werden wir in der Regel 40 bis 70 Titel im Portfolio haben, wobei die Gewichtung je nach unserer Beurteilung, in die auch unsere quantitative Analyse einfließt, bei maximal fünf Prozent liegt.“ Steigt eine Aktie stark im Kurs und bekommt dadurch ein zu großes Gewicht, wird deren Position regelmäßig adjustiert. Derzeit besteht das Portfolio zu knapp 70 Prozent aus amerikanischen Werten, dazu kommen 21 Prozent europäische Titel und zehn Prozent aus Asien. „Wir gehen aber davon aus, dass sich in den kommenden Jahren gerade in Asien noch sehr viele Chancen ergeben werden, weshalb dieser Anteil steigen dürfte“, erklärt Jeroen van Oerle, der den Fonds zusammen mit Patrick Lemmens managt. Aufgelegt wurde der Fonds im Dezember 2017. Seitdem hat er ein Plus von 21,5 Prozent erzielt, während sein Vergleichsindex, der MSCI World, auf 8,3 Prozent kam (Stand: 30.09.2018).

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Taunusanlage 17, 60325 Frankfurt

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