Geballte Energie.

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BMZ MK105776 BearbeitetZukunftstechnologie. Sven Bauer, CEO und Gründer der BMZ Group, hat das Unternehmen aus Karlstein am Main in Unterfranken zu einem Global Player in der Energiespeicher-Branche gemacht. Jetzt will er in Deutschland eine eigene Batteriezellen-Produktion aufbauen, um von den asiatischen Zulieferern unabhängig zu werden.

Das Problem des Klimawandels werden wir nur in den Griff bekommen, wenn wir auf absehbare Zeit keine fossilen Brennstoffe mehr nutzen – kein Öl, kein Gas, keine Kohle“, sagt Sven Bauer. Dann korrigiert er sich. Von einem „Problem“ zu sprechen, finde er eigentlich falsch. „Herausforderung“ gefalle ihm besser. „Denn die gute Nachricht lautet: Eine echte Energiewende ist möglich. Wir können alle Bereiche – Strom, Verkehr und Wärme – dekarbonisieren. Dafür benötigen wir aber Energiespeicher, Unmengen von Energiespeichern. Und da komme ich ins Spiel.“

Tatsächlich sitzt Bauer mit seiner BMZ Group mitten in einer gigantischen Wachstumsstory. „Alle Branchenanalysten sind sich einig, dass sich der weltweite Bedarf an Energiespeichern von derzeit 120 Gigawattstunden bis 2025 verdreifachen wird. Jeder fünfte Job in Deutschland hängt bald an der Batterie.“ Den kabellosen Rasenmäher, die kabellose Bohrmaschine, den Laptop-Akku – all das habe es auch vor zehn Jahren schon gegeben. „Aber jetzt bricht das E-Zeitalter an. Der Wunsch nach größtmöglicher individueller Mobilität ist das ganz große Thema in einer individualisierten Gesellschaft.“

Und auch für Hausbesitzer zeichne sich eine Revolution ab: „Während diese den mit Solarzellen auf dem Dach erzeugten Strom lange Zeit zum Großteil in das Netz eines Versorgers einspeisen mussten, können sie ihn nun mit modernen Energy-Storage-Systemen selbst nutzen.“ Die Anschaffungskosten für eine Photovoltaikanlage würden sich so schneller amortisieren, gleichzeitig mache es Hausbesitzer autark, garantiere Versorgungssicherheit. Preisgünstiger sei es obendrein, wenn Netzbetreiber und Versorger demnächst tageszeitenabhängige Stromtarife einführen werden, um „Peaks“ zu glätten. Wer auf seinem Dach einen Überschuss produziere, könne dann entscheiden, ob er ihn selbst verwende oder verkaufe, wenn Strom besonders teuer ist.

„Sie werden lachen, aber Batterien sind tatsächlich meine große Leidenschaft“, schmunzelt Sven Bauer. „Akkus und Energiespeicher faszinieren mich schon seit 25 Jahren. Es klingt abgedroschen, aber ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Es ist unglaublich spannend zu beobachten, wie zum Beispiel Smartphone-Akkus immer winziger werden, oder was E-Bike-Batterien heutzutage leisten.“

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Bauer, 1966 in Erlenbach am Main geboren, ist gelernter Werkzeugmacher, legte die Meisterprüfung ab, studierte später Ingenieurwissenschaften an der TU Darmstadt und wechselte schließlich als Fertigungsleiter zum Batterie-Spezialisten Saft GmbH. 1994 will sich Saft von seinem Akkumulatoren-Bereich trennen. Es kommt zu einem Management-Buy-out, der jedoch schiefgeht und in die Insolvenz führt.

Jetzt sieht Bauer seine Chance gekommen. Er wickelt die Insolvenz in Eigenregie ab und übernimmt aus der Insolvenzmasse den Maschinenpark. Mit an Bord sind seine Mitstreiter Claudia Reimer und Thorsten Gotthardt. Weil diese jedoch über keinerlei Kapital verfügen und sich die Banken zugeknöpft zeigen, bringt der damals erst 25-jährige Bauer die erforderlichen 150000 D-Mark selbst auf. „Ich habe alles auf eine Karte gesetzt, alles Geld zusammengekratzt, sogar meine Bausparverträge aufgelöst.“

BMZ – das Kürzel steht für „Batterien-Montage-Zentrum“ – hat damals gerade einmal zwölf Mitarbeiter. Doch die Firma gedeiht prächtig: Bauer erkennt das gigantische Potenzial von Lithium-Ionen-Zellen als Energiespeichermedium, als viele Wettbewerber noch voll auf Blei- und Nickel-Cadmium-Batterien setzen. Der Umsatz wächst kontinuierlich. Claudia Reimer und Thorsten Gotthardt scheiden aus – „vereinbarungsgemäß“, wie der Unternehmer betont.

Im August 2008 dann der Rückschlag. Eine Produktions- und eine Lagerhalle brennen aufgrund eines technischen Defekts vollständig ab. Rund 200 Feuerwehrleuten gelingt es erst nach mehreren Stunden, das Feuer zu löschen – Lithium brennt nun einmal wie Zunder. Das Unternehmen erleidet einen Schaden von 17 Millionen Euro. „Der Brand war ein Schlüsselereignis. Wir waren natürlich versichert. Aber das löst ja nicht die kurzfristigen Herausforderungen, schließlich befanden wir uns damals in einer Situation rasanten Wachstums und mussten schnell entscheiden.“

Wieder geht Sven Bauer voll ins Risiko. Er verteilt die Aufgaben an seine engsten Mitarbeiter und sagt ihnen, sie sollen den Kunden zusagen, dass alle Bestellungen fristgerecht ausgeliefert werden. „Wir sahen die Krise als Chance, arbeiteten bis zum Umfallen. Schließlich hatten wir Zellen für 20 Millionen D-Mark bei unseren Zulieferern bestellt. Binnen zweier Monate produzierten wir mehr als vor dem Brand – ohne zu wissen, ob die Versicherung je zahlen würde.“ Am Ende regulierte sie, doch auf die letzte Rate in Höhe von 2,5 Millionen D-Mark musste er im Rahmen eines Vergleichs verzichten. „Bis heute war das mein teuerster Tag“, sagt Bauer.

Was ließ ihn damals weitermachen? „Ich war sicher, dass Akkus das ganz große Ding werden.“ Heute ist BMZ einer der größten Player in der globalen Batteriebranche. Etwa vier von fünf Akku-Packs, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus seinem Haus. „Wir rüsten Gabelstapler, Busse, Kräne, Boote, Rollstühle und E-Bikes aus, von Autos ganz zu schweigen.“ Um mit der Produktion hinterherzukommen, steckt Bauer einen dreistelligen Millionen-Betrag in ein neues Logistikzentrum und in die Erweiterung des Hauptquartiers in Karlstein – sehr viel Geld für einen mittelständischen Unternehmer. Ende 2019 soll alles fertig sein. „Wir investieren aber auch noch an anderen Standorten. Denn wir müssen vor Ort sein, wenn bei den E-Autos der Boom losgeht.“

Wann genau es so weit sein wird, vermag auch Bauer nicht vorherzusagen. Der BMZ-Chef erwartet eine Wachstumskurve ähnlich der bei E-Bikes: „Erst lange sehr flach, dann plötzlich steil nach oben.“ Es seien die Endkunden, die dann das Marketing machten, nach dem Motto: Steig mal ein und probiere es aus. „Das geht dann plötzlich sehr schnell.

Und dann werden Auto-Batterien in Sachen Umsatz das ganz große Thema sein.“

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Mit den E-Bikes hat Bauer genau diese Entwicklung schon einmal mitgemacht. Viele Endkunden wüssten gar nicht, wer für welches Teil an ihrem E-Rad verantwortlich zeichne. Klar, der Motor komme von Bosch, Brose, Shimano oder Panasonic. „Die bauen aber nicht den Akku“, erklärt Bauer. „Dafür brauchen sie uns. Die Motorhersteller kommen auf uns zu und wollen unser Know-how: Wie wird das Ding wasserdicht? Wie klein können wir es machen? Wie die Speicherkapazität erhöhen? Wie die Entladegeschwindigkeit bei niedrigen Temperaturen verringern?“

BMZ liefert das alles aus einer Hand. Auch Torqeedo (private wealth berichtete über die Firma in der Ausgabe 03/15), den heutigen Weltmarktführer bei E-Bootsmotoren aus Starnberg bei München, habe die Firma von Anfang an begleitet. „Da sind unsere Entwicklungsingenieure ständig vor Ort.“ Es sei dieser Komplett-Service, der BMZ für viele Kunden so unverzichtbar mache. „Wir helfen bei DIN-Zertifizierung und TÜV-Abnahme genauso wie bei der Konstruktion, dem Design oder dem Recycling.“

Es brauche dazu eine ganze Armada an Experten, vom Chemiker bis zum Elektro-Ingenieur, vom Juristen bis zum Werkstofftechniker. Einen Akku-Pack für ein E-Bike, der im Schnitt 60 bis 80 Mal pro Jahr aufgeladen werde, könnten vielleicht auch andere anbieten. Aber bei einem Gabelstapler, dessen Akku 60 bis 80 Stunden pro Woche im Einsatz sei, sehe das anders aus. So ein Hightech-Gerät werde nie eine „Commodity“, ein austauschbares Produkt, sein, ist Bauer überzeugt. Ähnlich sei das bei Auto-Batterien. Die Hersteller setzen auf unterschiedliche Kühl- und Wärmesysteme, auf verschiedenste Hard- und Software. „Das ist alles sehr komplex und wandelt sich rasant. Alle sechs Monate kommen deshalb neue Batterien von uns auf den Markt.“

Die deutschen Autobauer, auch die Premiumhersteller, hätten inzwischen die Zeichen der Zeit zumindest teilweise erkannt. „Die größten Blockierer sind im Augenblick die Händler“, ist Bauer überzeugt. „Denn sie haben am meisten zu verlieren. Sie verdienen mehr mit Wartung und Service der Verbrenner als mit dem Verkauf von Neuwagen.“ Für ihn selbst sei es im Prinzip egal, wer das Rennen mache: „Wir können alle Batterien bauen und alle technischen Lösungen umsetzen.“

Dem BMZ-Chef war früh klar, dass er die dafür benötigten Spezialisten nur nach Karlstein in die fränkische Provinz würde locken können, wenn er ihnen mehr biete als andere. „So viel bezahlen wie in Metropol-Regionen können und wollen wir nicht“, sagt er. Außerdem seien erfahrene Batterieexperten ohnehin nicht zu finden. „Also holen wir junge Leute von der Uni und bilden sie bei uns aus, ziehen sie Schritt für Schritt heran. Das dauert, aber anders geht es nicht.“

Besonders wichtig ist es ihm, ein spannendes Umfeld zu bieten, das sehr persönlich geprägt ist und engen Kontakt mit dem Chef vorsieht, ohne große Hierarchien. „Wir setzen auf Eigenverantwortung, auf Geschwindigkeit, auf Risiko.“

Bauer sieht seine BMZ als großes Start-up: „Unsere Leute dürfen, sie sollen sogar Fehler machen. Nur so entsteht Innovation. Wir können da von den USA viel lernen. Dort ist diese Kultur viel stärker verbreitet und akzeptiert. In Deutschland muss immer alles perfekt sein. Doch in unserer Branche geht es auch und vor allem um Schnelligkeit.“

Ihm gefällt, wie Samsung seinerzeit auf das erste iPhone von Apple reagiert habe: „Die schickten drei Entwickler-Teams à 150 Leute an den Start, Zeitrahmen: sieben Monate. Nur eine, die beste Idee, würde am Ende umgesetzt.“ Bauer mag so ein Vorgehen – mit einem großen Unterschied: Die erfolglosen Samsung-Teams wurden gefeuert. „Das würde bei uns nicht passieren. Scheitern ist erlaubt. Und langjährige Erfahrung ist ein Schatz, den wir hüten.“

Dass dies der richtige Weg ist, bekam der Unternehmer schon öfter offiziell bestätigt. Gleich viermal war BMZ mittlerweile unter den „Top 50 Unternehmen in Bayern“ und erhielt 2018 den Award „Zukunftsarbeitgeber“ der Technischen Universität München.

Wer Sven Bauer im täglichen Umgang mit seinen Mitarbeitern erlebt, kann dies gut nachvollziehen. „Sven, ich habe mir Gedanken gemacht, wie wir unseren Ausschuss sinnvoll recyceln können“, kündigt ein Einrichter beim Rundgang durch die Produktion an. Sven, der CEO, will von allen geduzt werden, er macht das genauso. Kurz darauf steht er mit dem Einrichter und einem Produktmanager zusammen und hört sich die Idee konzentriert an. „Alle tragen ihren Teil zum Erfolg bei. Das ist mir bewusst und sehr wichtig. Bei BMZ hat jeder eine Stimme und darf sie gern konstruktiv einsetzen. Die besten Ideen kommen manchmal aus der Produktion und eben nicht von hochbezahlten Strategen. Ich stamme aus sehr einfachen Verhältnissen und habe nie die Bodenhaftung verloren. Ich gehe auf Augenhöhe auf meine Leute zu. Bei BMZ soll sich jeder wertgeschätzt fühlen.“

Bis hierhin hat Sven Bauer mit dieser Einstellung alle Herausforderungen gemeistert. Die ganz große Prüfung – auch für den Standort Deutschland – wartet aber erst noch auf ihn. „Deutschland ist bei den Batteriezellen von asiatischen Zulieferern abhängig. Wir selbst kaufen jährlich Zellen für mehr als 120 Millionen Euro ein. Das ist gefährlich und darf so nicht weitergehen.“ Aktuell werde der Markt für Lithium-Ionen-Zellen von Samsung, LG, Panasonic und Sony beherrscht, die sich rund 90 Prozent des Marktes teilen.

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„Beruhigend an diesem Szenario ist eigentlich nur, dass wir seit mehr als 20 Jahren vor allem zu den japanischen Herstellern eine sehr vertrauensvolle Beziehung pflegen, die weit über das klassische Kunden-Lieferanten-Verhältnis hinausgeht und uns deshalb eine hohe Versorgungssicherheit garantiert.“ BMZ lasse bei Sony sogar eigene Zellen für spezialisierte Akku-Packs fertigen. Dennoch dürfe Europa diesen Wachstumsmarkt nicht den Asiaten überlassen: „Viele Chemikalien und Maschinen für die Zellfertigung stammen ohnehin aus der Bundesrepublik. Da wäre es doch konsequent, in Deutschland auch eine eigene Zellproduktion aufzubauen, um so langfristig zumindest einen Teil des inländischen Bedarfs selbst abdecken zu können“, argumentiert Bauer.

Nun hat sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier des Themas angenommen und ein Förderprogramm über mehrere Hundert Millionen Euro ins Leben gerufen. Ein Konsortium soll gemeinsam mit einem Expertenteam aus renommierten Unternehmen und Universitäten eine Zellfertigung anstoßen und 2022 bereits eine Gigawattstunde produzieren. Bis 2028 sollen es dann acht Gigawattstunden werden. „Wir sind mit unserer Tochter TerraE dabei“, informiert Bauer.

TerraE wurde 2017 gegründet, nachdem sechs Mitgliedsfirmen des KLIB (Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien) eine Initiative zum Bau einer Groß-Serienfertigung gebildet hatten. Innerhalb des Konsortiums kam es jedoch zu Interessenkonflikten – keiner der Beteiligten war bereit, das Risiko allein oder weitgehend allein zu tragen. Also übernahm Bauer das Start-up für eine „einstellige Millionen-Summe“.

Heute ist TerraE sein Ticket nach Berlin. Der Förderantrag ist entwickelt und beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) eingereicht. Nur das „Go“ der Politik fehlt noch. „Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben gemeinsam einen zukunftsorientierten Plan ausgearbeitet, diesen in einem umfangreichen Antrag zusammengefasst und sind erfolgreich ins Auswahlverfahren gestartet. Nun brauchen wir noch Investoren aus der Wirtschaft, um Eigeninitiative zu demonstrieren.“

Berlin habe leider das Thema in der Vergangenheit verschlafen, während zum Beispiel Chinas Regierung Zellen-Entwickler mit hohen Subventionen förderte. „Doch nun bewegt sich endlich etwas.“ Auch das Bundesforschungsministerium wolle eine halbe Milliarde Euro investieren. Derzeit sieht es offenbar so aus, als ob Nordrhein-Westfalen Heimat der ersten deutschen Zellenfabrik werden könnte. Eventuell wird es auch noch ein weiteres Konsortium in Richtung Zellenforschung geben. Details will Bauer nicht verraten, nur so viel: Auch hier sei TerraE mit von der Partie.

Für den Unternehmer ist dieser Spagat nicht ohne Risiken. Schließlich will er seinen deutschen Partnern Know-how und Startkapital bieten, ohne die dringend benötigten Zulieferer in Asien zu verärgern. Erst Ende 2018 hat er deshalb langjährige Lieferverträge mit koreanischen Batteriezellen-Herstellern in Höhe von knapp einer Milliarde US-Dollar abgeschlossen. Natürlich hätten die Pläne für eine deutsche Produktion die Partner in Asien aufgeschreckt, aber es sei mit allen Beteiligten konstruktiv gesprochen worden. „Wir werden immer noch den Großteil unserer Zellen bei unseren Partnern in Fernost beziehen. Aber wir brauchen eine Absicherung in Europa“, erklärt Bauer.

Parallel dazu will er in einem Zwischenschritt eine eigene, extrem leistungsfähige Zelle auf den Markt bringen. Sie soll vor allem in firmeneigenen und kundenspezifischen Akku-Systemen zum Einsatz kommen. Das Versprechen für die Klienten: 100 Prozent längere Lebensdauer, 68 Prozent mehr Leistung, 88 Prozent mehr Energie, 400 Prozent mehr Ladestrom und bis zu 60 Prozent mehr Kapazität.

Für Bauer ist das Thema Zellen-Fabrik so wichtig, weil BMZ rasend schnell wächst. Im Jahr 2000 hatte er für 2020 noch ein Umsatzziel von 500 Millionen Euro ausgegeben. Nun werden es 2019 bereits 560 Millionen sein, im Folgejahr dann mehr als 700 Millionen. Selbst vor einer sich abkühlenden Weltkonjunktur ist ihm nicht bange. „Während der großen Finanzkrise des Jahres 2008 ist BMZ noch um zehn Prozent gewachsen. Für uns war das sogar eine Chance, gute Leute zu bekommen.“

Auch auf der Technologieseite rechnet er nicht mit Problemen. „Dass jemand auf die Schnelle einen völlig neuartigen Energiespeicher erfindet, der die von BMZ verwendeten Lithium-Ionen-Batterien verzichtbar machen würde, halte ich für unwahrscheinlich. Die bleiben mindestens bis 2030 der Standard. Ich glaube einfach nicht, dass zwei Harvard-Studenten etwas austüfteln, das 2500 Samsung-Ingenieuren nicht auch eingefallen wäre.“

Schwerwiegender könnte die Kapitalfrage werden. Rasantes Wachstum sowie hohe Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen müssen erst einmal finanziert werden. Denkt Bauer, der bei früheren Gelegenheiten stets betont hat, dass ein Börsengang die Unternehmenskultur zerstören würde, inzwischen doch über ein IPO nach?

„Es ist eine von mehreren Optionen“, räumt der Unternehmer heute ein. Vorstellen könne er sich zum Beispiel die Umwandlung der GmbH in eine KGaA und die Ausgabe stimmrechtsloser Vorzugsaktien. „Aber das alles hängt von vielen Faktoren ab. Wir machen derzeit nur das, was am Kapitalmarkt als IPO-Readiness bezeichnet wird.“

Sven Bauer, dessen BMZ heuer 25 Jahre alt wird, hat also noch viel vor. Sein Wunsch zum Jubiläum? „Dass das nächste Vierteljahrhundert ähnlich erfolgreich verläuft und unsere Innovationskraft nicht nachlässt. Dass wir mit unserer Arbeit etwas Gutes bewirken, für eine bessere, saubere Umwelt, in der Fahrzeuge und Geräte aller Art ausschließlich von E-Motoren angetrieben werden, deren Strom aus erneuerbarer Energie stammt. Und dass wir so die Herausforderung Klimawandel bestehen.“ ®

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Sven Bauer und sein „Start-up“ BMZ.

BMZ ist heute nach eigenen Angaben in Europa die Nummer 1 auf dem Markt für Lithium-Ionen-Akkus. Die Gruppe – 2800 Mitarbeiter – hat ihren Hauptsitz in Karlstein am Main, wo sich zwei jeweils 4800 Quadratmeter große Fertigungseinheiten befinden, und unterhält weitere Produktionsstätten in China, Polen und den USA sowie Niederlassungen in Japan und Frankreich. Darüber hinaus gibt es weltweit Forschungs- und Entwicklungsstandorte.

BMZ-Chef Bauer wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem als „Deutschlands bester Unternehmer“, „World Entrepreneur of the Year“ und drei Mal als „Unternehmer des Jahres“. Er ist zudem Autor des Buches „AkkuWelt“ und ein gefragter Redner bei Branchenkonferenzen.

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Autor: Dr. Günter Kast

Fotos: BMZ

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