• Klaus Meitinger & Moritz Eckes

9/11 – 11/13

die Anschläge von Paris und Mali trieben einen kalten Hauch von Déjà-vu durch die Welt. Als vor 14 Jahren der Angriff auf Amerika stattfand, war ich für das Magazin „Finanzen“ verantwortlich. Wir haben damals in einer Nacht die komplette Ausgabe umgeschrieben. Weil wir das Gefühl hatten, die Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft hätten sich komplett geändert.

Ausschlaggebend für das Auf und Ab in der Konjunktur sind letztlich Veränderungen bei den Investitionen. Die wiederum hängen vom Vertrauen in die Zukunft ab. Nicht umsonst hatte Bundeskanzler Ludwig Erhard gesagt, Wirtschaft sei „zu 50 Prozent Psychologie“. Damals, im Herbst 2001, war die Weltwirtschaft schon angeschlagen gewesen. In den nächsten beiden Quartalen fielen die Ausrüstungsinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 und um 14,1 Prozent. Erst Anfang 2003 war der folgende Abwärtstrend in der Konjunktur – und damit übrigens auch die gleichzeitig stattfindende Baisse am Aktienmarkt – beendet.

Déjà-vu? Natürlich kann es sein, dass der Ausnahmezustand die Investitionsbereitschaft drückt. Das Problem: Die Weltwirtschaft befand sich schon vorher in einer schwierigen Situation mit vielen Unsicherheitsfaktoren. Derzeit wachsen Europa und Deutschland nur mit 0,3 Prozent im Quartal. Da ist nicht viel Raum nach unten, wenn wir eine Rezession vermeiden wollen.

Andererseits wird der Einfluss des Terrors auf die Ökonomie oft überschätzt. Die Anschläge 2004 in Madrid und 2005 in London hatten kaum eine Auswirkung. Und wer weiß: Vielleicht werden wir rückblickend sogar feststellen, dass ein über die Flüchtlingsfrage zerstrittenes Europa in diesem Moment zu einer Einheit gefunden hat – nous sommes unis.

Machen wir uns nichts vor: Es ist unmöglich, den kurzfristigen Trend in der Wirtschaft und an den Kapitalmärkten angesichts schwacher Konjunktur und in Anbetracht des Terrors seriös zu prognostizieren. Wir fühlen uns wie Autofahrer, die auf eine Nebelwand zusteuern. Die vernünftigste Reaktion in einer derartigen Situation ist es, die Geschwindigkeit zu reduzieren, vorsichtiger zu werden und bremsbereit zu sein.

Wir werden die weitere Entwicklung für Sie beobachten und unter www.private-wealth.de kommentieren. In den nächsten drei Monaten lautet die Benutzerkennung: privatewealth, das Passwort: Balance. 

 

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