Wirtschaft und Ehre!

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A letter from … Rudolf X. Ruter. Der Experte für Nachhaltigkeit und Corporate Governance ist überzeugt, dass Glaubwürdigkeit und Reputation die Währung unserer Zukunft ist.

Trotz der derzeit in Deutschland viel diskutierten Verfehlungen bei Volkswagen, der Deutschen Bank und DFB/Fifa (um nur drei konkrete Namen zu nennen) bin ich der Überzeugung, dass Ehrbarkeit in der deutschen Wirtschaft nach wie vor weit verbreitet ist. Immer mehr und insbesondere jüngere Führungskräfte bekennen sich zu einer klaren Sinn- und Werte-Orientierung und verabschieden sich von Hochmut, Geiz, Genusssucht, Zorn, Völlerei, Neid und Veränderungsträgheit.

Eine transparente, verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung – so ist zumindest mein Eindruck – gewinnt einen immer höheren gesellschaftlichen Stellenwert. Auch die Anzahl der deutschen ehrbaren Aufsichtsräte und Beiräte innerhalb der mehrere tausend Personen umfassenden Mitglieder aller Aufsichtsgremien wächst kontinuierlich. Insbesondere traditionsreiche Familienunternehmen gehen seit Jahrhunderten mit gutem Beispiel voran. Robert Bosch (1861–1942) verstand unternehmerische Verantwortung schon 1921 nicht als Zweck, sondern als Bedingung wirtschaftlichen Handelns: „Lieber Geld verlieren als Vertrauen. Die Unantastbarkeit meiner Versprechungen, der Glaube an den Wert meiner Ware und an mein Wort standen mir stets höher als ein vorübergehender Gewinn.“

Damit Unternehmen auch heute nach dieser Vorgabe handeln, kommt der Rolle des Aufsichtsrats und dessen persönlicher Ehrbarkeit eine immer wichtigere Rolle zu.

Der ehrbare Aufsichtsrat hat den Vorstand zu bestellen, zu überwachen und zu beraten. Er muss gegebenenfalls in dessen Entscheidungen eingreifen, indem er zum Wohle der Gesellschaft seine Zustimmung zu Geschäften auch verweigert. Er sorgt durch einen kontinuierlichen Entwicklungs- und Fortbildungsprozess für eine von allen Stakeholdern akzeptierte unternehmerische Sinn- und Werte-Orientierung und gewährleistet somit ein „ethisches“ Unternehmen.

Der ehrbare Aufsichtsrat befähigt andere – seine Gesellschafter/Aktionäre, seine Aufsichtsratskollegen, die Geschäftsleitung, die Mitarbeiter–, die Zukunft des Unternehmens erfolgreich zu gestalten, indem das Bewährte bewahrt wird. Nötige Veränderungen werden so angepasst, dass das Unternehmen seine gestalterische Kraft auch in und nach den Veränderungen behält und sich weiterentwickelt.

Natürlich hat der Aufsichtsrat nicht immer die passende Antwort parat. Aber er kann nachfragen. Wenn es darum geht, die richtigen Fragen zu stellen, ist jedes einzelne Aufsichtsratsmitglied gefordert.

Die aktuellen Diskussionen und Fehlentwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, dass Organisationen und Unternehmen nach dem Prinzip des ehrbaren Kaufmanns handeln, des Handschlags, des geraden, tiefen Blickes in die Augen unserer Vertragspartner. Der ehrbare Aufsichtsrat fordert diese Werte und die Leitlinien einer langfristig und nachhaltig orientierten Unternehmensführung ein und sichert die Verankerung im Tagesgeschäft.

Jedes Aufsichtsratsmitglied ist hierbei persönlich für die effektive und effiziente Unternehmensüberwachung und -beratung verantwortlich. Nur so kann der Aufsichtsrat seinem doppelten Auftrag als Kontrolleur und Ratgeber auch gerecht werden.

Ehrbare Aufsichtsräte sind besonnen und willensstark, zurückhaltend und furchtlos. Sie tun, was getan werden muss. Sie haben nicht nur einen ausgeprägten Entscheidungswillen, sondern übernehmen auch selbst unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung. Sie leben nach der Maxime, nie Risiken einzugehen, die im Worst Case nur auf Kosten anderer „gesettled“ werden, sondern höchstens auf eigene Kosten zulasten des eigenen unternehmerischen Vermögens – selbst als systemrelevantes Unternehmen. Ehrbare Aufsichtsräte sind integer und zuverlässig.

Aufsichtsräte, die diesen Anforderungen genügen, sind stets ein leuchtendes Vorbild und in allen Aspekten unabhängig. Sie haben den Mut, unternehmerische Falschentwicklungen anzusprechen. Und sie sind in der Lage, sich selbst und ihre bisherigen Entscheidungen auf den Prüfstand zu stellen. So, wie es schon der deutsche Dramatiker Christian Friedrich Hebbel (1813–1863) erkannte: „Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.“      ®

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