Weiser werden.

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A letter from … Bernd Kolb, der den Club of Marrakesh gründete, um Impulse für eine bessere Welt zu geben. Weil ihm die Wirkung nicht stark genug war, geht er jetzt neue Wege.

Unsere westliche Welt ist ein wunderbarer Ort, der vieles ermöglicht: ein Leben in Frieden und Wohlstand, ohne existenzielle Sorgen, mit reicher Kultur und ausreichend Raum für die individuelle Gestaltung des eigenen Lebens. Eigentlich ist doch alles gut. Oder?

Tatsächlich zahlen wir für diesen Wohlstand einen hohen Preis. Wir wirtschaften nicht nachhaltig und verbrauchen limitierte Ressourcen im Überfluss. So zerstören wir langfris­tig die natürlichen Grundlagen von Menschheit und Natur. Nur sehen, riechen, fühlen wir das alles nicht. Und schme­cken wird uns diese unbequeme Wahrheit schon gar nicht.

Das Bewusstsein für diese Fehlentwicklung ist bereits in den Köpfen der Entscheider – aber es verändert noch nicht in ausreichendem Maß ihr Handeln. Von der Ressourcenknappheit etwa fühlen sich im Westen nur wenige betroffen. Tatsächlich plündern wir unseren Planeten aber derartig aus, dass wir die ersten Konsequenzen, wie beispielsweise den Klimawandel, zu spüren bekommen. In diesem Jahr hatten wir den wärmsten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – und zwar global. Ich frage mich oft: Was wird in zehn, in 50 Jahren sein, wenn wir so weitermachen?

Die gute Nachricht ist: Wir müssen ja nicht einfach so weitermachen. Es liegt in unserer Macht, eine Balance zwischen gemäßigtem und qualitativ nachhaltigem Konsum und wahrer Zufriedenheit zu finden. Dann können wir wieder ausgleichen, was wir mit unserem Handeln verursachten. Vor fünf Jahren habe ich deshalb den Club of Marrakesh gegründet (private wealth, Ausgabe 04/2010). Auf einer interdisziplinären Plattform sollen die besten Denker der Zeit Anstöße zu geistiger Erneuerung geben und ihr Expertenwissen einsetzen, um zu zeigen, wo Kapital am effizientesten für nachhaltige Problemlösungen eingesetzt werden kann.

Meine Zwischenbilanz: Wir, die 30 Ratsmitglieder des Club of Marrakesh sowie die vielen vernetzten Experten aus allen Bereichen, haben in vielen Gesprächen festgestellt, dass es einen Widerspruch zwischen Wissen und Handeln gibt. Es ist, als fehle den Entscheidern die Weisheit, nachhaltig und bewahrend zu handeln – obwohl das Wissen um die sichtbar gewordenen Fehlentwicklungen täglich durch neue Studien belastbar belegt ist.

Warum das so ist? In unserem Kulturkreis ist etwas Fundamentales verloren gegangen: die enge Verbundenheit mit den Weisheitstraditionen. Ich habe mich auf die Spurensuche begeben und bin fündig geworden. Einige weise Menschen in Bali, Burma, Thailand oder Nepal schöpfen noch aus diesen Quellen und haben mir Zugang gewährt. Dies habe ich auf den Expeditionen der letzten drei Jahre in Wort und Bild dokumentiert, um meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus Sicht eines westlichen Vollblutunternehmers zu teilen.

Ich möchte alle Entscheider aus Wirtschaft und Politik da­ran erinnern, dass die reine Ökonomisierung allen Handelns den wichtigsten Aspekt des Lebens vernachlässigt: den weisen Umgang mit dem elementaren Zusammenhang von Körper, Geist und Seele.

Das Aktiendepot sichert ja nicht wirklich den Wohlstand der Familie für Generationen. Das Haben verliert seinen Wert, wenn es uns nicht gelingt, Klimawandel, Umweltverschmutzung und das unglaubliche Leid in vielen Teilen der Weltbevölkerung zu beenden. Wenn Menschen, die Verantwortung tragen, ihre Entscheidungen um den Aspekt der Weisheit erweitern, können sie Großes und Gutes bewegen.

Aus meinen Gesprächen mit Unternehmern weiß ich: Fast jeder der Handelnden trägt das Wissen in sich, an welchen Stellen er langfristiger und verantwortungsbewusster entscheiden könnte. Und jeder weiß um den großen Einfluss seiner (Investitions-)Entscheidungen auf die gesellschaftliche Entwicklung. Oftmals fehlt nur ein kleiner Impuls, um anders zu handeln. Diesen Impuls möchte ich geben – mit Bildern und gelebten Geschichten. Ich habe deshalb mit einigen besonderen Menschen, die ich auf meinen Reisen kennenlernen durfte, ein Buch geschrieben und es „Atman“ genannt. Ich hoffe, dass es inspiriert, die eigene innere Haltung zu überdenken, um dann anzufangen, neu zu denken und nachhaltig zu handeln. Jeder Einzelne wird so zum Teil der Veränderung, die unsere Welt dringend braucht. ®

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