• Sonderveröffentlichung: Andreas Letzsch, Lombard International Services S.A.

Wahlfreiheit.

Private Equity und Lebensversicherungen. Für viele Anleger gilt Private Equity als Ausweg aus der Renditeklemme. Doch deutsche Investoren haben in der Regel keinen Zugriff auf die lukrativsten US-Fonds. Eine Lebensversicherung schafft die dazu notwendige Struktur. 

Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds führt für Investoren eigentlich kein Weg an alternativen Anlageklassen vorbei. Besonders Private Equity zieht mittlerweile immer mehr Kapital an. Von 2008 bis 2013 haben Private-Equity-Fonds dann auch 1360 Milliarden US-Dollar bei Anlegern eingeworben. Eine gewaltige Summe.

Die Investoren versprechen sich davon auskömmliche Renditen unabhängig von der allgemeinen Börsenentwicklung. Denn schließlich haben Unternehmensbeteiligungen über Private-Equity-Fonds in der Vergangenheit über verschiedene Marktzyklen hinweg tatsächlich eine interessante Risiko-Rendite-Struktur gezeigt.

Der Teufel allerdings steckt im Detail. Es gibt kaum eine andere Anlageklasse, in der die Kluft zwischen den Besten und dem Rest so groß ist wie in der Anlageklasse Private Equity.

Einer Untersuchung von Thomson One zufolge hat das beste Viertel der Fonds von 1990 bis 2014 eine Nettorendite von etwas mehr als 30 Prozent erzielt – berechnet nach der Methode des Internen Zinsfußes. Das letzte Viertel dagegen lag über 24 Jahre hinweg bei null. Die Auswahl der Fonds entscheidet also über Top oder Flop. Für deutsche Anleger ist das ein großes Problem. Viele der besonders erfolgreichen Fonds haben ihr Domizil im Ausland. Und sind deshalb kaum investierbar. Erfüllt der ausländische Fonds zum Beispiel nicht die Vertriebserfordernisse nach AIFMD, wird der Kunde Probleme haben, diesen Fonds – so attraktiv er auch sein mag – zu zeichnen. 

Mit den Vertriebsbeschränkungen gehen auch Probleme bei den Steuerreportings einher. US-Fonds haben in der Regel ein Investitions-/Vertriebsvehikel für US-Amerikaner. Für Ausländer wird meist eine Bahamas- oder BVI-Feeder-Fondskonstruktion gewählt. Diese aber wird in den meisten Fällen die Anforderungen an deutsche Steuerreportings nicht erfüllen. Damit hat der deutsche Investor das nächste Thema auf dem Tisch: Wie filtert er oder vielmehr sein Steuerberater die steuerpflichtigen Erträge aus den rudimentären Informationen richtig heraus?

Sobald der Fonds mit Fremdkapital arbeitet, wird es noch eine Stufe schwieriger: Die Investition kann dann zu gewerblichem Einkommen führen, das nicht mehr nur der privaten Vermögensverwaltung unterliegt.

Möchte der Investor also im Rahmen seiner Suche nach erhöhtem Ertrag in Private Equity investieren, so muss er sich damit abfinden, dass er sich in einem stark eingeschränkten Anlageuniversum bewegt – mit dem Risiko, eben keinen Zugang zu den Top-Fonds der Vergangenheit zu finden.

Eine vielversprechende Lösung für dieses Problem könnte eine Lebensversicherung nach Luxemburger Recht bieten. Diese lässt in Abhängigkeit der Höhe der Versicherungsprämie und bei ausreichendem Vermögen des Investors auch Investments wie Private Equity zu.

Der einzige Nachteil, den der Investor akzeptieren muss, ist, dass er nur die Anlagestrategie definieren kann, aber nicht über Einzelinvestments entscheiden darf. Er muss hier ein Mandat an einen professionellen Vermögensverwalter erteilen. Hat er das Mandat mit dem Fokus auf Private-Equity-Investments für ein segregiertes Konto erteilt, braucht er sich nicht einmal mehr mit den lästigen Capital Calls der Fonds beschäftigen.

Konkret definiert der Kunde mit seiner Prämienzahlung in die Lebensversicherung die Höhe der Investitionen in diese Asset-Klasse. Meistens werden nur 90 Prozent in Private Equity investiert. Der Rest verbleibt liquide investiert, um Gebühren und Bewertungen bezahlen zu können.

Hat der Anleger eine solche fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen, erhält er als deutscher Kunde auch noch zehn Prozent Risikoschutz auf die eingezahlte Prämie. Daneben erreicht er zusätzlich einen Aufschub bei der Versteuerung der Erträge bis zur Auszahlung oder Kündigung der Lebensversicherung. Auf Ebene der Versicherung bleiben die erzielten Erträge unbesteuert.

Nur wenn der Kunde vor dem Ablauf von zwölf Jahren und dem Erreichen des 62. Lebensjahres kündigt, hat er die Differenz zwischen Prämieneinzahlung und Rückzahlung der Abgeltungsteuer zu unterwerfen, ansonsten findet der halbe persönliche Einkommensteuersatz Anwendung auf den Differenzbetrag

Zudem sind auf Versicherungsebene während der Laufzeit alle Gebühren, Erträge und Verluste verrechnet worden. Dieser ertragsseitige Ermittlungsaufwand entfällt auf der Seite des Kunden also ebenso vollständig.

Auch die Fungibilität der Beteiligung erhöht sich. Spätestens seit der Finanzkrise ist das Problem allgegenwärtig: Damals wurden viele Investoren, die verkaufen wollten, damit konfrontiert, dass Fonds für die Rückgabe geschlossen wurden. Oder ganz einfach einem Eigen­tümerwechsel aufgrund der internen Regeln – „schauen Sie doch bitte in die AGB auf Seite 345ff …“ – nicht zustimmten. Da blieb nur zuschauen, abwarten – und hoffen.

Für den Fall, dass der Kunde die Investitionen beenden oder verkaufen will, die im Rahmen der Anlagestrategie einer Lebensversicherung getätigt wurden, kann er zwar nicht das Einzelinvestment verkaufen. Dafür ist es aber möglich, den Versicherungsvertrag als Ganzes zu veräußern – und zwar ohne weitere Beteiligte fragen zu müssen. Die Fungibilität ist damit um einiges erhöht worden. Erst recht im Vergleich