• Klaus Meitinger

Rückblick: Es ist viel passiert...

 Rüdiger Trebels Rückblick 02In der Rubrik Rückblick beleuchtet private wealth, was aus den Unternehmern und Investmentideen geworden ist, die in vergangenen Ausgaben vorgestellt wurden. 

In der Aktuellen Ausgabe berichtet die Redaktion über die außergewöhnlichen Erfolge des Internet Start-ups Westwing und der Medizintechnik-Firma Curetis.

Ausserdem wirft die Redaktion einen zweiten Blick auf die Hedge-Fonds des Briten Sushil Wadhwani und des Amerikaners Michael Tiedemann.

How to earn: Auf Weltmarktkurs.

Im Jahr 2012 brachte das Medizintechnik-Unternehmen Curetis ein Gerät auf den Markt, das die Infektionsdiagnostik revolutionieren kann (private wealth 03/2012). Die Kunststoffkartusche erlaubt es Ärzten, binnen weniger Stunden auf Knopfdruck zu ermitteln, welcher Erreger für eine Infektion verantwortlich ist und wie es um die Antibiotika-Empfindlichkeit des Patienten steht.

Die erste Kartusche war auf die Diagnostik von Lungenentzündungen zugeschnitten. Eine zweite ermöglicht nun die Schnelldiagnostik von Erregern, die nach chirurgischen Eingriffen, Verbrennungen und bei Haut- und Wundinfektionen häufig auftreten. Darunter sind Bakterien und Pilze, die Infektionen an Implantaten hervorrufen. Geplant sind weitere Kartuschen zur Diagnostik von Infektionen des Magen-Darm-Trakts, für schwere Blutvergiftung (Sepsis), Tuberkulose und Kinderkrankheiten.

„Wir können aber auch in ganz andere Anwendungsgebiete expandieren“, erklärt Firmenchef Oliver Schacht. „Dazu gehören Gentests, onkologische Tests, Begleittests für Medikamente und vieles mehr. Denkbar sind auch vereinfachte mobile Systeme, die bei Epidemien oder in medizinisch unterversorgten Gegenden eingesetzt werden können.“

Mittlerweile wird das System in Europa, in Russland und im Nahen Osten vertrieben. „Inzwischen sind wir in 20 Ländern vertreten. Weitere werden in den nächsten Monaten hinzukommen. Unsere Auftragsbücher füllen sich rasch. Wir haben inzwischen etwa 120 renommierte Kliniken und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt mit Geräten ausgestattet.“ 2016 soll auch in den USA ein Zulassungsantrag gestellt werden können.

„Wir sehen uns als Vorreiter der personalisierten Medizin. Wir helfen, alle bereits verfügbaren Antibiotika dauerhaft in ihrer Effektivität zu erhalten – und zwar dadurch, dass wir den Einsatz von Medikamenten vermeiden, gegen die der Erreger bereits resistent ist.“

Die Zukunft sieht der Firmenchef entsprechend positiv: „Unsere Produktionskapazität ist auf bis zu eine Million Kartuschen pro Jahr ausgelegt. Wir können das weitere Wachstum zwar selbst stemmen, dennoch reden wir auch mit Firmen, die Interesse an einer Übernahme haben. Einen Exit fassen wir derzeit aber erst für die Zeit nach 2015 ins Auge. Das kann dann durchaus auch ein Börsengang sein.“

 

How to earn: Frauen-Power.

Im Dezember 2012 hatte private wealth Delia Fischer und ihr Start-up Westwing vorgestellt. Mittlerweile ist die Firma in 15 Märkten auf drei Kontinenten aktiv und beschäftigt weltweit über 1400 Mitarbeiter. Bei der letzten Finanzierungsrunde im Januar 2015 wurde das gesamte Unternehmen mit 449,2 Millionen Euro bewertet. So etwas nennt sich zu Recht eine echte Erfolgsgeschichte.

 

How to invest: Überzeugendes Comeback.

Als private wealth im Dezember 2013 den Hedgefondsmanager Sushil Wadhwani vorstellte, hatte der gerade eine sehr schwierige Phase hinter sich. Wie fast alle Managed-Futures-Fonds, die weltweit in Derivate auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Währungen inves­tieren und dabei sowohl von fallenden, als auch von steigenden Kursen profitieren können, hatte er lange Zeit nur enttäuschende Anlageergebnisse vorzuweisen. Sein im April 2010 mit viel Vorschusslorbeeren lancierter Fonds (GAM Star Keynes Quantitative Strategies) hatte in beinahe vier Jahren gerade einmal 0,25 Prozent erwirtschaftet.

Wadhwani erklärte damals überzeugend, warum sein Ansatz langfristig funktionieren würde und dass derart lange Schwächephasen in der Regel von anhaltend positiven Jahren abgelöst würden. 2014 hat sich dies bewahrheitet. Nach einem extrem starken zweiten Halbjahr schaffte Wadhwani ein Plus von rund 20 Prozent. Es könnte der Beginn einer längeren Phase sein, in der Managed-Futures-Fonds besser abschneiden als traditionelle gemischte Depots: „Grundsätzlich ist unser Ausblick für die meisten Regionen positiv“, erläutert Sushil Wadhwani heute: „Aber es gibt eine Menge Risiken. Deshalb rechne ich auch 2015 mit einem turbulenten Umfeld, in dem sich die verschiedenen Vermögenswerte unterschiedlich entwickeln werden.“

Das sei eine sehr gute Ausgangssituation für seinen Fonds. „Weil wir in 70 Märkten und 25 Währungen unterwegs sind, profitieren wir von geringeren Korrelationen. Wir werden die stärkeren Kursschwankungen ausnutzen können. Und wir sind in der Lage, auf verschiedene Art und Weise vom künftig zu erwartenden Zinsanstieg in einigen Ländern zu profitieren“, zählt Sushil Wadhwani auf. „Nicht zuletzt werden uns auch die konjunkturellen Unterschiede zwischen Ländern und Regionen interessante Handelsmöglichkeiten bescheren.“

 

How to invest: Zweite Chance.

In Ausgabe 02/14 stellte private wealth ein weiteres illustres Mitglied der internationalen Hedgefonds-Szene vor. Michael Tiedemann verwaltet gemeinsam mit seinem Vater Carl in New York knapp zehn Milliarden Dollar von wenigen vermögenden US-Familien und betreibt eine erfolgreiche Hedgefonds-Plattform. Als eines der großen Anlagethemen der kommenden Jahre nannte er damals Fusionen und Unternehmenskäufe. Dazu passe der „erfolgreichste“ Hedgefonds der Gruppe, der Tiedemann Arbitrage Strategy Fund. Schließlich hatte Manager Drew Figdor seit dem Start im Jahr 1993 kein einziges Verlustjahr erlitten.

Die Idee war richtig. Doch der Erfolg blieb aus. Der etwas teurere UCITS-Fonds brachte Anlegern ein Minus von zwei Prozent. Was nun? Das Segment ist weiter interessant. Und Drew Figdor sollte sein Handwerk nicht verlernt haben. Er verdient eine zweite Chance.  ®

 

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