Brasilien vor der Wahl – die Chancen der Kandidaten und die Auswirkungen auf Wirtschaft und Börse

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Am 7. Oktober wird in Brasilien gewählt. Sollte keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielen, kommt es am 28. Oktober zur Stichwahl. Weil dies das wahrscheinlichste Szenario ist, geht es also am Sonntag zunächst darum, die Kontrahenten für diese Stichwahl zu finden.

13 Kandidaten bewerben sich um die Präsidentschaft. Es warten gleich mehrere Herkulesaufgaben auf sie: „Das Gesundheitswesen krankt, das Bildungswesen verspielt die Zukunft unserer Kinder, die Unabhängigkeit der Justiz steht in Frage, die Kriminalitätsrate ist hoch, die Arbeitslosenquote auch und Korruption ist ein politisches Dauerthema. Wer auch immer an die Macht kommt, hat viel zu tun“, sagt Andre Müller Carioba, Vorsitzender des Beirats des Unternehmernetzwerks LIDE Deutschland.


Der ehemalige Präsident von BMW Do Brasil ist gebürtiger Brasilianer mit deutschen Wurzeln. Er kennt die Politik seines Landes gut, einige Akteure persönlich. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählt er den rechtskonservativen Jair Bolsonaro und den linksgerichteten Fernando Haddad. „Jair Bolsonaro hat nach jüngsten Umfragen derzeit rund 28 Prozent der Stimmen auf sich vereint. Das Militär ist seine Kinderstube gewesen, er hat keinerlei Wirtschaftsexpertise und steht einerseits für Recht und Ordnung und andererseits unter anderem für Rassismus und Antifeminismus“, sagt Müller Carioba. Er sei weit entfernt davon, ein idealer Kandidat zu sein, aber er sei doch jener, den die Anleger an den Kapitalmärkten präferierten, da er für Stabilität stehe. „Er plant zudem, Paulo Guedes als Wirtschaftsminister einzusetzen – das ist ein erfahrener Banker, dem ich eine solide Wirtschaftspolitik zutraue, wenn Bolsonaro ihm freie Hand lässt“, erklärt Andre Müller Carioba, der auch ehemaliger Vorstand von AGCO für Südamerika ist.

Auf der Gegenseite steht Fernando Haddad – ein Gefolgsmann des inhaftierten, bei der armen Bevölkerung beliebten Expräsidenten Lula. Er könne aktuell mit 18 Prozent der Stimmen rechnen. „Bis vor wenigen Wochen stand Lula selbst als Kandidat der Linken noch zur Diskussion. Es hat sehr lange gedauert, bis die Justiz entschieden hat, dass ein wegen Korruption inhaftierter Politiker nicht zur Wahl antreten kann“, erzählt Andre Müller Carioba. Nun profitiert Haddad vom Lula-Effekt und gewinnt an Zustimmung. Er war bereits Oberbürgermeister der 20-Millionen-Einwohnerstadt Sao Paulo und habe in dieser Zeit aber „nur sehr wenig bewegt und sehr ideologisch gewirkt“, so Müller Carioba. Dass er mehr und besseres erreicht, wenn er die Macht im ganzen Land hat, sei unwahrscheinlich. Stillstand könne sich das Land jedoch nicht leisten.

Als bessere Wahl für Brasilien hält Müller Carioba einen anderen Kandidaten: Den 65jährigen Geraldo Alckmin. „Er war bereits Präsidentschaftskandidat und unterlag damals Lula. Er hat langjährige Erfahrung als Gouverneur des Bundesstaates Sao Paulo. Ich halte ihn für einen ehrlichen Politiker und erfahrenen Administrator, er hätte die Fähigkeit das Land nach vorne zu bringen. Aber leider ist er zu brav, zu ordentlich und zu wenig emotional, um die brasilianische Bevölkerung begeistern zu können. Er wird es nach bekannten Meinungsumfragen wohl nicht in die Stichwahl schaffen.“

Den restlichen Kandidaten räumt Müller Carioba kaum Chancen auf den zweiten Wahlgang ein. „Positiv würde an den brasilianischen Kapitalmärkten wohl eine Stichwahl zwischen Bolsonero und Alckmin aufgenommen. Die wahrscheinlichste Variante ist allerdings ein Duell Bolsonero gegen Haddad. Die Unsicherheit hielte dann wohl noch bis zum 28. Oktober und darüber hinaus an“.

In der Woche vor der Wahl wird Andre Müller Carioba die Kandidaten und wahrscheinliche Auswirkungen ihrer Wahl auf Wirtschaft, Börse und Währung Brasiliens an dieser Stelle für private wealth noch einmal genauer analysieren.

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