Keine Entwarnung für die Konjunktur

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Ifo index Feb2019Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das ifo-Geschäftsklima ist im Februar weiter gefallen. Die Sorgen in den deutschen Chefetagen, schreiben die Münchner Konjunkturforscher, nehmen zu. Die Ergebnisse der ifo-Umfrage und andere Indikatoren würden auf ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal 2019 hindeuten. Nach einem Minus um 0,2 Prozent im dritten Quartal und einer schwarzen Null im vierten Quartal 2018 bedeutet das: Die deutsche Wirtschaft stagniert.

Es kann künftig noch schlimmer kommen. Wie Sie wissen, beobachten wir vor allem die Erwartungen der 9000 vom ifo-Institut befragten Unternehmer sehr genau. Diese zeigen weiter nach unten. Der Pessimismus nimmt auf breiter Front zu. Besonders ausgeprägt ist dies in der für Deutschland so wichtigen Industrie. Laut ifo-Konjunkturuhr hat sich die deutsche Wirtschaft damit im Abschwung-Quadranten etabliert. Die ifo-Konjunkturampel steht weiter auf „Rot“ (Grafiken anbei)

Interessant ist, dass dies die Anleger an den Aktienmärkten offenbar nicht mehr beunruhigt. Sie gehen davon aus, dass mit der weltweiten Konjunkturschwäche die Themen Zinserhöhungen und Liquiditätsentzug durch die Notenbanken vom Tisch sind. Das ist für die Aktienmärkte positiv.

Gleichzeitig besteht ein breiter Konsens darüber, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten wieder erholen wird. Schließlich gibt China sowohl über die Geld- als auch über die Fiskalpolitik wieder mehr Gas. In den USA – und zum Teil auch in Europa – wächst der Konsum angesichts rekordniedriger Arbeitslosenquoten stabil. Überall in Europa planen die Staaten außerdem, künftig mehr Geld auszugeben. Und nicht zuletzt haben sich mit dem vermuteten Ende der US-Zinserhöhungen und der Aufwertungsphase des US-Dollar auch die Wachstumsperspektiven in den Schwellenländern verbessert. Eine Lösung im Handelsstreit und/oder beim Brexit-Drama – so die Überzeugung – dürfte auch die Stimmung in der Wirtschaft schnell wieder verbessern. 

Ifo ampel Feb2019Das klingt plausibel. Allein – warum fällt der ifo-indikator dann weiter. Müsste sich dies nicht längst in den Erwartungen der Unternehmer widerspiegeln? So lange der ifo-Indikator keine Wende anzeigt, gilt die Abschwung-These weiter. In diesem Umfeld dürfte es schwer für die Unternehmen werden, die immer noch ambitionierten Gewinnerwartungen der Analysten zu erfüllen. 

Fazit:

Der private-wealth-Börsenindikator ist seit Ende Februar 2018 raus aus dem Aktienmarkt. Auslöser damals war der dreimalige Rückgang der ifo-Geschäftserwartungen in der Industrie bei gleichzeitig sehr hoher Bewertung der Aktienmärkte. Seitdem schlägt der Indikator die Minimalgewichtung von Aktien in Höhe von 0 – 30 Prozent des individuell vorgesehenen Aktienanteils vor.

Für die kurzfristige Positionierung innerhalb dieses Korridors nutzen wir die Ergebnisse des Kapitalmarktseismografen. Da dieser sich am 11. Februar verbesserte liegt die Aktienquote im Modell des private-wealth-Börsenindikators bei 20 Prozent.

Ihr

Klaus Meitinger

Hinweis: Trotz sorgfältiger Auswahl der Quellen kann für die Richtigkeit des Inhalts keine Haftung übernommen werden. Die in private wealth gemachten Angaben dienen der Unterrichtung und sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

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