Im Jahr 2019 wird gesät.

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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

es war ein turbulentes Jahr. Was in überschäumender Stimmung begann – Konjunktur- und Gewinnerwartungen wurden Anfang 2018 massiv nach oben korrigiert – endet nun in Moll. Die Volkswirte kappen ihre Wachstumsprognosen, die Aktienkurse fallen. Anleger blicken mit Sorge auf das Neue Jahr.

Einer der besten Frühindikatoren hat diese Trendwende rechtzeitig signalisiert. Im Februar 2018 ging der Erwartungsindex des ifo-Geschäftsklima in der deutschen Industrie zum dritten Mal in Folge zurück. Die vom ifo-Institut befragten Unternehmer wurden skeptischer – wie wir jetzt wissen zu Recht. In Verbindung mit den sehr hohen Aktienkursen generierte dies beim private-wealth-Börsenindikator ein Verkaufssignal („Wir sind dann mal raus“). Seitdem ist das Modell nur noch minimal investiert. Die Aktienquote liegt zwischen Null und 30 Prozent des für Aktien vorgesehenen Betrages.

Die Logik des Indikators kennen sie. Er soll voll investiert sein, wenn Aktien günstig sind und sich die Wirtschaft verbessert. Und er soll nicht investiert sein, wenn Aktien teuer sind und sich die Konjunktur verschlechtert. Vor zehn Monaten war genau dies der Fall.

Wie ist die Lage heute?

Die ifo-Geschäftserwartungen gingen auch im Monat Dezember weiter zurück. In der Industrie ist der Saldo unter den Befragten nun erstmals seit Mai 2016 negativ. Das bedeutet: Mehr Unternehmer erwarten auf Sicht von sechs Monaten eine Verschlechterung als eine Verbesserung. Gleichzeitig fallen die Exporterwartungen. Da die aktuelle Lage in der Industrie noch immer sehr positiv ist, muss künftig mit einer Korrektur der Produktions- und Investitionspläne gerechnet werden. Der Abschwung ist im Gange. Entsprechend steht auch die ifo-Konjunkturampel weiter auf „Rot“ (Grafik). Rote Ampelwerte lassen eine Kontraktion der Wirtschaft wahrscheinlicher erscheinen als eine Expansion.

Dass dies an den Börsen für Verunsicherung sorgt, ist kein Wunder. Mittlerweile spiegeln die Aktienkurse allerdings einen Teil der  Abschwächung wider. Der DAX ist nun günstig bewertet und notiert deutlich unter seinem fairen Wert, den wir mit 11000 bis 11500 Punkten taxieren. MDAX und SDAX sind allerdings immer noch deutlich überbewertet. 

Viel hängt nun davon ab, wie sich die Konjunktur weiter entwickelt. Die überwältigende Mehrzahl der Ökonomen rechnet im Jahr 2019 nur mit einer Abschwächung der Wachstumsraten, aber nicht mit einer Rezession. In diesem Fall wäre es bald schon wieder interessant, Aktien zu kaufen. Käme es allerdings doch zu einer Rezession, hätten die Börsen immer noch sehr viel Luft nach unten.

Wir vertrauen darauf, dass der Ifo-Indikator rechtzeitig ein Signal gibt, falls sich die Perspektiven bessern – 9000 Unternehmer die am Ruder stehen wissen am Besten, woher der Wind weht. Solange dies nicht der Fall ist, bleiben wir an der Seitenlinie

Auch der Kapitalmarktseismograf stützt diese Positionierung. Wie Sie wissen, unterscheidet der Seismograf zwischen drei Phasen: "grün" (ruhiger Markt = Kaufen), "gelb" (turbulenter Markt mit positiver Erwartung = Investieren, aber mit Absicherung) und "rot" (turbulenter Markt mit negativer Erwartung = Nicht Investieren).

Die Wahrscheinlichkeit für einen ruhigen, positiven Aktienmarkt („grün, kaufen oder halten“) liegt aktuell nur noch bei 28 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für einen turbulenten, volatilen Markt mit positivem Trend („gelb“) hält bei neun Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für einen Bärenmarkt („Rot”) ist mit 63 Prozent am wahrscheinlichsten. „Deshalb lautet die Empfehlung weiterhin: Aktienquote defensiv halten“, konstatiert Oliver Schlick, der den Seismografen regelmäßig berechnet. 

Fazit:

Der private-wealth-Börsenindikator schlägt angesichts des stetigen Rückgangs der Geschäftserwartungen seit Ende Februar weiterhin nur eine Aktienquote zwischen Null und 30 Prozent vor. Wir sind aber davon überzeugt, dass sich im Laufe des Jahres 2019 sehr lukrative Kaufchancen ergeben werden. Auf dieser Seite halten wir Sie auf dem Laufenden.

Ihr Klaus Meitinger

Hinweis: Trotz sorgfältiger Auswahl der Quellen kann für die Richtigkeit des Inhalts keine Haftung übernommen werden. Die in private wealth gemachten Angaben dienen der Unterrichtung und sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

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