• Klaus Meitinger

Positive Signale.

thumb ifo oktober 2015

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Ergebnisse des Ifo-Konjunkturtests vom Oktober verjagen Rezessionsängste.

Nach dem Rückgang im August sind die Geschäftserwartungen in der Industrie in den letzten beiden Monaten wieder gestiegen. Die Gefahr eines deutlichen Abschwungs in der deutschen Wirtschaft ist damit fast schon gebannt. Die deutsche Industrie hat sich wieder deutlicher im Boom-Quadranten der Ifo-Konjunkturuhr etabliert (Grafik eins) Damit sich ein neuer, positiver Trend ergibt, müsste dieser Frühindikator der deutschen Konjunktur drei Mal hintereinander steigen – also noch einmal am 24. November. 

Endgültig Entwarnung kann deshalb erst in ein paar Wochen gegeben werden. Ermutigend ist, dass auch andere Konjunkturindikatoren sich zuletzt zumindest stabilisiert haben. Die Furcht vor einer globalen Rezession im Jahr 2016 – genährt durch sehr schwache Konjunkturdaten im Sommer – ist nun deutlich geringer  geworden.

Für Anleger ist das eine knifflige Situation. Ein bisschen erinnert sie an die Entwicklung im Dezember 2014. Damals war der Ifo-Indikator ebenfalls zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Die überraschenden Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zum geplanten Aufkaufprogramm der Europäischen Zentralbank sorgten dann für eine sehr positive Reaktion an den Börsen. Wer auf die endgültige Bestätigung durch den dritten Anstieg wartete, verpasste einen Teil des Kursanstiegs.

Ähnliches ist in der vergangenen Woche passiert. Wieder hat Draghis versteckte Ankündigung, das Anleihekaufprogramm auszudehnen, für einen Kursschub gesorgt. Durch diese Kurssteigerung ist die Bewertung des DAX allerdings deutlich gestiegen. Das Kursbarometer für den Deutschen Aktienmarkt liegt nun wieder bei etwa 125 Prozent seines fairen Wertes.

Ein ermutigendes Signal sendet auch der Kapitalmarkt-Seismograf der TU München, der den US-Aktienmarkt analysiert.

Wie Sie wissen, unterscheiden die Wissenschaftler zwischen drei Phasen am US-Aktienmarkt: "grün" (ruhiger Markt = Kaufen), "gelb" (turbulenter Markt mit positiver Erwartung = Investieren, aber mit Absicherung) und "rot" (turbulenter Markt mit negativer Erwartung = Nicht Investieren).

In der aktuellen Prognose für den Monat Oktober (Grafik zwei) ging die Wahrscheinlichkeit für einen ruhigen, positiven Markt zwar geringfügig von sechs auf drei Prozent zurück. Doch auch die Wahrscheinlichkeit für einen Bärenmarkt („Rot”) fiel von 16 auf 9 Prozent. Dominierend ist weiter die Wahrscheinlichkeit für einen turbulenten, volatilen Markt mit positivem Trend („gelb“). Sie kletterte von 78 auf 88 Prozent.

Professor Rudi Zagst kommentiert: Die Analyse zeigt ein hohes Schwankungspotential mit eher positivem Trend. Risikofreudigere investieren mit Bedacht, beobachten den Markt aber genau. Risikoscheue verhalten sich eher vorsichtig bis abwartend.

Fazit:

Der private-wealth-Börsenindikator riet im Juni 2015 bei rund 11500 Punkten dazu, in den Risk-Off-Modus umzuschalten.

Diese Positionierung hat zwar grundsätzlich weiter Bestand. Angesichts der geringeren Konjunkturrisiken ist es aber angemessen, die bisherige strikte Zurückhaltung zumindest ein wenig zu lockern.  

Wir wünschen Ihnen einen goldenen November,

Ihr

Klaus Meitinger

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