Der High-Noon-Moment.

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thumb-EditorialSehr geehrte Damen und Herren, Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Situationen, da tauchen diese alten Filmbilder auf. Von Sekundenzeigern, die quälend langsam, aber unerbittlich in Richtung zwölf Uhr schleichen. In denen jeder weiß, dass sich bald, sehr bald etwas Wichtiges entscheiden muss.

Das nächste Jahr hält so einen High-Noon-Moment bereit. Im Mittelpunkt steht Europa. Lange sah es so aus, als würde die Wirtschaft in Euroland die Kurve bekommen. Seit ein paar Monaten weisen die Frühindikatoren aber nun wieder deutlich nach unten. Kommt die Rezession zurück?

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Zehn Jahre private wealth.

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Liebe Leserinnen und Leser,

nach dem New-Economy-Desaster Anfang dieses Jahrtausends hatten wir oft im Familienkreis darüber gesprochen, wie hilfreich es doch wäre, wenn es ein Informationsmedium gäbe, das intelligente Anlagestrategien verständlich erklärt. Das uns rechtzeitig warnt, falls an den Märkten wirklich Gefahr droht. Und das es uns ermöglicht, von den besten Unternehmern zu lernen. Es ging uns um Inspiration und Orientierung. Allein – dieses Medium gab es nicht. Also beschlossen wir, es selbst zu machen.

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Ausgabe Juni 2014: Bubble, Bubble.

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Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Leserinnen und Leser,

die Europäische Zentralbank wird in den nächsten Wochen wohl geldpolitisch noch mehr Gas geben. Weil das Wachstum in Euroland insgesamt zu gering, die Inflationsrate zu niedrig und der Eurokurs zu hoch sind, denkt Mario Draghi über eine weitere Zinssenkung und/oder den Aufkauf von Anleihen nach. Die Analysten von Morgan Stanley haben schon ausgerechnet, was zum Beispiel ein Ein-Billionen-Euro-Kaufprogramm bringen würde. Ihr Ergebnis: noch niedrigere Zinsen, 0,4 Prozentpunkte mehr Wachstum, Euro-Abwertung um vier Prozent und zehn Prozent höhere Aktienkurse. Prima! Oder etwa nicht?

Wir erinnern uns noch gut an den Beginn der Eurokrise. Den wesentlichen Grund für das Problem sahen die meisten Ökonomen damals in der Fehlkonstruktion der Geldpolitik. „One size“ – ein einheitlicher Zins – passte vor zehn Jahren einfach nicht zu allen Euroländern. Die schwache deutsche Konjunktur brauchte damals dringend niedrige Zinsen. Für Irland, Spanien, Frankreich und Griechenland dagegen waren sie viel zu tief und lösten einen binnenwirtschaftlichen Boom aus. Die Bautätigkeit zog an, Beschäftigung, Löhne, Staatseinnahmen und staatliche Leistungen stiegen, der Konsum florierte. Eigentümer von Aktien und Immobilien erfreuten sich hoher Vermögenszuwächse, die sie zu weiteren kreditfinanzierten Investitionen veranlassten. Doch irgendwann zeigte sich, dass die gezahlten Preise zu hoch, die erhofften Renditen nicht zu erwirtschaften waren. Das war’s dann.

Heute funktioniert es genau umgekehrt. „One size“ in der Geldpolitik passt wieder nicht. Diesmal bräuchte Deutschland eigent- lich höhere Zinsen. Weil das nicht zum Rest von Europa passt, wird nun hier die nächste Blase erzeugt. Das kann – keine Ver- schärfung der Ukraine-Krise vorausgesetzt – noch lange so weitergehen. Aber es wird unweigerlich enden, wie jede Blase endet.

Für Investoren beginnt nun eine schwierige Zeit. Was tun? Dabeibleiben? Oder von der Seitenlinie aus zusehen, wie Kurse und Prei- se eventuell deutlich steigen? Die Lerbacher Runde rät, weiterzutanzen, „aber etwas näher am Ausgang“. Wir werden versuchen, Sie mithilfe bewährter Indikatoren zu warnen, bevor es zu gefährlich wird. Bis dahin ist es die beste Idee, zumindest den Verlockungen niedriger Fremdkapitalzinsen zu widerstehen. Denn im Ernstfall ist Verschuldung tödlich. Und selbst eine günstige Finanzierung sehr teuer.

Herzlichst,

unterschrift-kmKlaus Meitinger
Chefredakteur

unterschrift-eckesMoritz Eckes
Herausgeber

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